Europa-Verlauf: EuroStoxx leicht im Minus – Eskalation im Iran-Krieg
Paris / London / Zürich – Die wieder verschärfte Lage in Nahost hat am Montag den EuroStoxx 50 etwas belastet. Am Sonntagabend hatte der Iran zum ersten Mal seit zwei Monaten wieder Raketen auf Israel abgefeuert, am Montagmorgen griff auch Israel den Iran an. Die iranischen Angriffe erfolgten als Reaktion auf israelische Angriffe auf die Hisbollah-Miliz im Libanon.
Die jüngste Eskalation weckte die Befürchtung eines erneuten offenen Konflikts zwischen den beiden Ländern. Ebenfalls droht damit auch ein mögliches Abkommen zwischen dem Iran und den USA zu scheitern.
Am Mittag stand Europas Leitindex 0,5 Prozent tiefer bei 6.034 Punkten. Zu Handelsbeginn war das Börsenbarometer um bis zu 1,4 Prozent abgesackt, bevor es sich peu a peu erholte. Ausserhalb des Euroraums büsste der Schweizer SMI zuletzt 0,3 Prozent auf 13.345 Punkte ein, während der britische FTSE 100 0,1 Prozent auf 10.368 Punkte gewann.
Die Eskalation im Iran-Krieg belastete europaweit viele Branchen. Am stärksten traf es die konjunktursensiblen Baustoffwerte mit minus 1,6 Prozent. Unter den wenigen Gewinnen legten Öl- und Gaswerte um 0,8 Prozent zu. Die Ölpreise haben zuletzt als Reaktion auf die Eskalation im Iran-Krieg deutlich zugelegt.
Unter den Einzelwerten sorgten Übernahmepläne für Bewegung. So geht die Fusionswelle unter Italiens Banken weiter: Die Turiner Grossbank Intesa Sanpaolo will ihre heimische Konkurrentin Banca Monte dei Paschi di Siena übernehmen.
Bereits am Wochenende hatte die deutlich kleinere Banco BPM mitgeteilt, mit Monte dei Paschi zusammengehen zu wollen. Damit kündigt sich ein Bieterkampf um die einstige Krisenbank an, die vor neun Jahren vom italienischen Staat vor dem Untergang gerettet worden war.
An der Börse in Mailand zogen die Aktien von Banca Monte dei Paschi di Siena um fast zwölf Prozent an. Dagegen büssten die von Intesa Sanpaolo knapp drei Prozent ein. Für die Anteilsscheine von Banco BPM ging es um knapp zwei Prozent hoch.
In London schnellten die Aktien von Tate & Lyle um knapp 14 Prozent auf 558 Pence in die Höhe. Der US-Rivale Ingredion will den britischen Spezialzutatenhersteller übernehmen. Das in Westchester im US-Bundesstaat Illinois ansässige Unternehmen bietet insgesamt 615 Pence je Aktie. Die Anteile von Tate & Lyle liegen damit deutlich unter dem von Ingredion angebotenen Preis. Analysten führten dies auf Sorgen mit Blick auf die wettbewerbsrechtliche Genehmigung der Offerte zurück. (awp/mc/ps)