Europa-Verlauf: Iran-Krieg belastet – Licht und Schatten im Luxussektor
Paris/London/Zürich – Europas Aktienmärkte haben am Mittwoch leicht nachgegeben. Gestiegene Ölpreise und die anstehende Sitzung der US-Notenbank stimmten Anleger vorsichtig. So liessen neuerliche Angriffe des Iran im Krieg mit den USA die Preise für Öl und Gas wieder steigen. Starke Bewegungen gab es unterdessen bei zahlreichen Einzelwerten nach Veröffentlichungen von Geschäftszahlen.
«Die Stimmung bleibt angespannt, da sich für heute noch eine Reihe an Grossereignissen an den Finanzmärkten ankündigt hat», beschrieb Marktexperte Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets die Lage. «Neben der US-Notenbanksitzung stehen auch die Quartalszahlen von unter anderem Meta und Microsoft im Fokus.»
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor gegen Mittag 0,49 Prozent auf 6.258,79 Punkte. Ausserhalb des Euroraums sank der Schweizer SMI um 0,28 Prozent auf 14.530,97 Punkte an. Der britische FTSE 100 tendierte unterdessen kaum verändert.
Zu den schwächeren Sektoren gehörten die Nahrungsmittelwerte. Hier standen Aktien von Danone unter Druck. Analysten fanden an den vordergründig soliden Quartalszahlen Schwachpunkte. So bemängelten die Experten von Jefferies die Abschwächung des China-Geschäfts. Danone fielen um 4,6 Prozent.
Massive Bewegungen, aber keine einheitliche Tendenz gab es bei zwei französischen Werten aus dem Bereich der Luxusgüter. Während Hermes International um über zehn Prozent einbrachen, kletterten Kering um zwölf Prozent. Bei Hermes bemängelten die Analysten der Deutschen Bank das Geschäft mit Lederwaren. Zudem hatte der Finanzvorstand des Luxusgüterherstellers im Vergleich zu diesem Jahr geringere Preisanhebungen für 2027 in Aussicht gestellt. Kering profitierten dagegen von der Trendwende der Marke Gucci.
Ölwerte folgten als stärkster Sektor nicht nur den wieder gestiegenen Rohölnotierungen, sondern auch der Aktie von Eni . Mit einem Anstieg von 4,5 Prozent reagierte der Wert auf die jüngsten Zahlen. Analysten sprachen von einem starken Zahlenwerk und lobten den erhöhten Aktienrückkauf.
Unter den ebenfalls gefragten Rohstoffwerten ragten Glencore heraus. Die Handelssparte hatte im ersten Halbjahr einen operativen Gewinn von rund 3,3 Milliarden US-Dollar verzeichnet, womit das Unternehmen auf bestem Weg zu einem Rekordjahr ist. Aktien von Glencore stiegen um 3,3 Prozent.
Finanzdienstleister profitierten von der Stärke des Schwergewichts UBS . Das Institut hatte mit seinem Ergebnis für das zweite Quartal die Schätzungen der Analysten einmal mehr übertroffen. Neben den guten Zahlen stützte auch das neue Aktienrückkaufprogramm. UBS gewannen drei Prozent. (awp/mc/Pg)