Europa-Schluss: Hohe Gaspreise halten Börsen in Schach

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(Adobe Stock)

Paris / London – Steigende Energiepreise haben den Anlegern am Dienstag den Appetit auf Aktien vermiest. Der EuroStoxx 50 als Leitindex für die Eurozone fiel um 0,80 Prozent auf 3575,36 Punkte. Zudem stehen die Zeichen unverändert auf steigende Zinsen, die die Unternehmensgewinne schmälern könnten. Am Mittwoch wird die US-Notenbank Fed die Leitzinsen aller Voraussicht nach ein weiteres Mal kräftig anheben.

Am Nachmittag stieg der Preis für eine Megawattstunde Erdgas zur Lieferung im August um mehr als 13 Prozent. «Die steigenden Gaspreise lasten auf den europäischen Märkten», schrieb Analyst Michael Hewson vom Handelshaus CMC Markets. Er verwies darauf, dass die russische Gazprom die Gaslieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 auf nurmehr 20 Prozent der Kapazität drosseln könnte. «Das belastet den ökonomischen Ausblick für Europa mit Blick auf die anstehenden Wintermonate», so Hewson.

Der französische Cac 40 schloss 0,42 Prozent niedriger bei 6211,45 Punkten. Der FTSE 100 ging mit 7306,28 Zählern nahezu unverändert zum Vortag aus dem Handel. Das Londoner Börsenbarometer erhielt Unterstützung von den Kursgewinnen von Öl- und Gasproduzenten wie Shell , BP und Glencore .

Quartalsberichte hinterliessen Spuren bei den Sektoren. So litten Einzelhandelswerte unter einer Gewinnwarnung des US-Handelsriesen Walmart. Der grösste US-Einzelhändler rechnet angesichts der hohen Inflation und des starken Dollar mit schlechteren Geschäften. Steigende Preise bei dringend benötigten Gütern wie Lebensmitteln und Benzin dämpften die Kauflust der Kunden bei anderen Produkten. Der europäische Handelssektor war daraufhin mit minus 4,2 Prozent der grösste Verlierer im Sektortableau.

Keine Begeisterung entfachten auch die Geschäftszahlen der Bank UBS. Die Aktie brach um fast zehn Prozent ein. Analystin Flora Bocahut vom Investmenthaus Jefferies sprach von überraschend schwachen Zahlen der schweizerischen Grossbank für das zweite Quartal. Im Sog von UBS verloren Credit Suisse vier Prozent.

Aber es gab auch positive Überraschungen. So liessen die Halbjahreszahlen von Unilever den Kurs in Amsterdam um fast vier Prozent steigen. Der Konsumgüterkonzern kann die steigenden Kosten weiterhin überwiegend auf seine Kunden abwälzen.

Trotz Problemen wie Flugausfällen und ungünstigen Währungskursen will der Billigflieger Easyjet im vierten Geschäftsquartal bis Ende September das Flugangebot unverändert auf 90 Prozent des Vorkrisen-Niveaus ausweiten. Dessen Aktien gewannen zwischenzeitlich mehr als vier Prozent, rutschten zum Schluss aber sogar leicht ins Minus. (awp/mc/ps)

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