Europa-Schluss: Druck auf Reisebranche belastet die Börsen

Boerse

Paris – Neuerliche virusbedingte Beschränkungen im Reiseverkehr haben am Montag auf die Stimmung an Europas Börsen gedrückt. Aktien aus der Luftfahrt- und Freizeitbranche standen daher besonders stark unter Druck.

Letztlich beendete der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx50 den Handel 0,75 Prozent tiefer auf 4089,91 Punkten. Für den französischen Cac 40 ging es um 0,98 Prozent auf 6558,02 Punkte nach unten. Der britische FTSE 100 verlor 0,88 Prozent auf 7072,97 Zähler.

In Europa belastet die besonders ansteckende Delta-Variante des Coronavirus die anlaufende Urlaubssaison. Sie liess die Zahl der Neuinfektionen in Grossbritannien auf den höchsten Stand seit mehr als vier Monaten steigen. Auch in Israel, wo die Impfungen besonders weit fortgeschritten sind, sowie in Asien gehen die Infektionszahlen nach oben.

Im Tagesverlauf wurde zwar bekannt, dass die Corona-Regeln in Deutschland für Reiserückkehrer nicht verschärft werden sollen, doch die jüngst wieder entbrannte Reiselust könnte europaweit zunehmend abflauen. So berichtete etwa die Zeitung «The Times», dass Deutschland keine Reisenden aus Grossbritannien in die EU lassen wolle, unabhängig davon, ob sie geimpft wurden oder nicht. Immunologe Carsten Watzl rechnet ausserdem damit, dass die Delta-Variante bereits im Juli die vorherrschende Mutante in Deutschland wird.

Im europäischen Branchenvergleich war die Reise- und Freizeitbranche mit minus 4,4 Prozent der mit Abstand schwächste Sektor. Aktien von Fluggesellschaften, Reiseveranstaltern und Hotelbetreibern wurden von den meisten Anlegern mit spitzen Fingern angefasst.

Amadeus IT büssten im EuroStoxx 4,2 Prozent ein, in Amsterdam gaben Air France-KLM um 4,1 Prozent nach, IAG und Easyjet verloren in London jeweils knapp 6 Prozent und Intercontinental Hotels büssten 3,0 Prozent ein. Nach dem jüngst erwachten Optimismus für die Branche zögen nun erneut dunkle Wolken auf, schrieb Susannah Streeter, Analystin beim Finanzdienstleister Hargreaves Lansdown.

Die Anteilsscheine von Danone indes profitierten als Spitzenwert im EuroStoxx von einer positiven Studie der US-Bank JPMorgan. Analystin Celine Pannuti stufte die Aktie des Nahrungsmittelherstellers von «Neutral» auf «Overweight» hoch und hob das Kursziel von 62 auf 75 Euro an. Die Mitte Mai mitgeteilten Veränderungen in der Unternehmensführung böten dem Konzern die beste Chance seit zehn Jahren, das volle Portfolio-Potenzial auszuschöpfen, schrieb sie.

Branchenseitig waren ansonsten vor allem Aktien aus dem europäischen Technologie- und Pharmabereich gefragt. Der Tech-Sektor gewann 0,4 Prozent und der Gesundheitssektor stieg um 0,6 Prozent. (awp/mc/pg)

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