Europa-Schluss: Kleines Plus nach schlechtestem Quartal seit 2020

Boerse
(Adobe Stock)

Paris / London – Europas wichtigste Aktienmärkte haben am Freitag den ersten Tag im neuen Quartal moderat im Plus geschlossen. Die Anleger schenkten der drastisch gestiegenen Inflation im März vergleichsweise wenig Beachtung. Sie scheuten zugleich aber auch «grössere Risiken», wie Marktexperte Timo Emden sagte.

Nach zwei vorangegangenen schwächeren Handelstagen schloss der EuroStoxx 50 mit plus 0,41 Prozent auf 3918,68 Punkte. Im Wochenverlauf legte er damit um 1,3 Prozent zu. Das Minus des Leitindex der Eurozone im ersten Quartal war jedoch mit etwas mehr als neun Prozent so hoch ausgefallen wie seit zwei Jahren nicht mehr, als das Coronavirus die Börsen auf Talfahrt schickte.

Der französische Cac 40 stieg am Freitag um 0,37 Prozent auf 6684,31 Punkte. Der britische FTSE 100 zog um 0,30 Prozent auf 7537,90 Punkte an, womit sich ein Wochenplus von 0,7 Prozent ergibt.

Trotz Belastungen wie dem Ukraine-Krieg, Höhenflug der Energiepreise und der erneuten Lockdown-Massnahmen in China hätten sich europäische Aktien zuletzt aber gut entwickelt. «Vorausschauend dürfte die Erholung sicherlich an Tempo verlieren. Allerdings gilt der April als guter Aktienmonat», prognostizierte Ulrich Stephan von der Postbank.

Branchenseitig war der Bergbausektor mit plus 2,2 Prozent der stärkste, während der Reise- und Freizeitsektor mit minus 0,5 Prozent das Schlusslicht bildete. Der Einzelhandelssektor legte um 2,0 Prozent zu. Hier gewannen die Aktien von Hennes & Mauritz (H&M) 3,5 Prozent, nachdem sie Vortag wegen eines enttäuschenden Umsatzwachstums im März um 13 Prozent abgestürzt waren. Inditex, die im Gefolge 5 Prozent verloren hatten, erholten sich um 1,7 Prozent.

Im schwankungsintensiven Bankensektor, der um 1,2 Prozent stieg, zogen die Papiere von Santander Aufmerksamkeit auf sich. Sie stiegen um 2,6 Prozent. Bei der spanischen Bank setzte sich die Erholung von der Corona-Krise fort. Im ersten Quartal seien die Geschäfte weiterhin stark verlaufen, berichtete das Institut anlässlich der Hauptversammlung in Madrid. Auftrieb dürfte zudem eine positive Studie von Credit Suisse gegeben haben, in der die Aktie von «Neutral» auf «Outperform» hochgestuft wurde.

Mit einem Plus von 1,8 Prozent waren auch die Anteile des französischen Pharmaherstellers Sanofi auffällig. Das Unternehmen zurrt den Zeitplan für die Börsennotierung der Tochter Euroapi weiter fest. Der erste Handelstag für die Aktien des auf sogenannte aktive pharmazeutische Wirkstoffe (API) spezialisierten Unternehmens wird voraussichtlich am 6. Mai sein. (awp/mc/ps)

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