Europa-Schluss: Moderate Gewinne zu Wochenbeginn

Boerse
(Adobe Stock)

Paris / London – Europas Börsen haben nach den deutlichen Gewinnen in der Vorwoche einen Gang zurückgeschaltet. Die wichtigsten Aktienindizes legten am Montag nur etwas zu. Als Stimmungsbremsen erwiesen sich ein Kursrutsch bei den Aktien des Medizintechnikkonzerns Philips und die Problematik der Gasversorgung in Deutschland. Der russische Gaskonzern Gazprom senkt weiter die Lieferungen durch die Ostseepipeline Nord Stream 1. Grund sei die Reparatur einer weiteren Turbine.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx50 stieg um 0,21 Prozent auf 3604,16 Zähler, nachdem er sich in der vergangenen Woche bereits um 3,4 Prozent von den im Hintergrund weiter schlummernden Inflations- und Rezessionssorgen erholt hatte. Der französische Cac 40 gewann am Montag dank des Rückenwindes von der tonangebenden Wall Street 0,33 Prozent auf 6237,55 Punkte. In London ging es für den FTSE 100 um 0,41 Prozent auf 7306,30 Punkte nach oben.

«Zum Start in eine Handelswoche, in der die US-Notenbank Fed die Leitzinsen abermals um 0,75 Prozentpunkte erhöhen dürfte, halten sich die Ambitionen der Anleger für Aktienkäufe verständlicherweise in Grenzen», kommentierte Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Handelshaus Robomarkets die Börsenstimmung. «Die Attraktivität steigern können nur überraschend positive Quartalsberichte von den Unternehmen selbst, da so den Investoren die Bewertungen an der Börse auch in einem Umfeld steigender Zinsen wieder schmackhaft gemacht würden.»

Das allerdings war Philips ganz und gar nicht gelungen. Anleger mussten schwache Quartalszahlen verkraften. Zudem wurde der Jahresausblick kräftiger als von vielen bereits befürchtet gekappt, was die Aktien auf Talfahrt schickte. Mit 7,7 Prozent Abschlag waren sie das klare Schlusslicht im EuroStoxx.

Analystin Delphine Le Louët von der französischen Bank Societe Generale hatte sich bereits am Freitag und damit vor der Bekanntgabe des Quartalsberichts skeptisch zu den Anteilscheinen von Philips geäussert. Wegen der weiter steigenden Inflation, der Angebotsknappheit und der sinkenden Verbrauchernachfrage strich sie ihre Schätzungen für 2023 zusammen und hält es für gut möglich, dass die 2025er Ziele nicht mehr erreichbar sind.

Die Anteilscheine von Vodafone fanden nach der Präsentation von Geschäftszahlen keinen klaren Trend gefunden und schlossen schliesslich prozentual unverändert. Die Serviceerlöse des Telekomkonzerns hätten seine Prognose etwas übertroffen, schrieb Analyst Akhil Dattani von der US-Bank JPMorgan. Das Europa-Geschäft sei insgesamt wie erwartet ausgefallen. Die leichte Schwäche im Deutschland- und Italiengeschäft sei unter anderem vom Heimatgeschäft Grossbritannien ausgeglichen worden.

Mit deutlicheren Kursaufschlägen stachen Faurecia und Bavarian Nordic heraus. Für die Papiere des Autozulieferers und Mutterkonzerns von Hella Faurecia ging es nach sehr starken Geschäftszahlen zum ersten Halbjahr um knapp drei Prozent nach oben.

Die Anteile von Bavarian Nordic gewannen in Kopenhagen mehr als vier Prozent, nachdem sie in den vergangenen fünf Handelstagen bereits um etwas mehr als 40 Prozent nach oben geschossen waren. Im Fokus steht der Impfstoffhersteller mit seinem Vakzin gegen Affenpocken. Am Wochenende hatte die Weltgesundheitsorganisation die höchste Alarmstufe für das Virus ausgerufen. (awp/mc/pg)

Euronext
Aktueller Stand Eurostoxx50 bei Google

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.