Europa-Schluss: EuroStoxx50 legt zu Wochenbeginn weiter zu

Boerse
(Adobe Stock)

Paris / London – Europas wichtigste Aktienmärkte haben am Montag an ihre Ende letzter Woche erzielten Gewinne angeknüpft. Börsianern zufolge kamen positive Nachrichten aus Peking, die für Erleichterung gesorgt hätten: Im Streit zwischen China und den USA um die bilanzielle Überprüfung von chinesischen Firmen mit einem Zweitlisting in den USA zeichnet sich eine Entspannung ab. So wurde eine Regel fallengelassen, die bislang keine Prüfung durch ausländische Aufseher zulässt, wie die chinesische Börsenregulierungsbehörde CSRC mitteilte.

Der EuroStoxx50 stieg um 0,83 Prozent auf 3951,12 Punkte. Der französische Cac 40 gewann 0,70 Prozent auf 6731,37 Punkte. Für den britischen FTSE 100 ging es um 0,28 Prozent auf 7558,92 Punkte nach oben.

Derweil blieben der Ukraine-Krieg und dessen wirtschaftliche Folgen auch zu Wochenbeginn im Blick. Angesichts der schockierenden Gräueltaten in der ukrainischen Stadt Butscha bereitet der Westen schärfere Sanktionen gegen Russland vor. Nach Angaben des EU-Aussenbeauftragten Josep Borrell arbeitet die Europäische Union unter Hochdruck an neuen Strafmassnahmen.

Neben den humanitären Kriegsfolgen sorgten vor allem die wirtschaftlichen Hemmnisse für Zurückhaltung unter den Anlegern, bemerkte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect. Zusätzlich sorgten die hohen Rohstoffpreise für eine zunehmende Inflationsdynamik und schürten Spekulationen um eine Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank. Höhere Zinsen lassen Aktien gegenüber festverzinslichen Wertpapiere weniger attraktiv erscheinen.

Aus Branchensicht gehörten Technologiewerte europaweit mit einem Plus von 2,14 Prozent zu den grössten Gewinnern. Sie reagierten damit ebenso positiv auf die Nachrichten aus China wie die Tech-Werte an der US-Börse Nasdaq.

Unter den Einzelwerten standen am Montag vor allem schweizerische Werte im Fokus. An der Spitze des Leitindexes SMI fanden sich die Anteilscheine von Logitech mit einem Kursaufschlag von rund fünf Prozent auf gut 70 Franken. Die Investmentbank Goldman Sachs hatte sich positiv zu den Aktien des Computerzubehör-Herstellers geäussert und das Kursziel von 88 auf 107 Franken angehoben.

Ab 2023 dürfte sich das Umsatzwachstum bei Logitech wieder deutlich beschleunigen, schrieb Goldman-Sachs-Analyst Alexander Duval. Die zugrundeliegenden Trends in den Bereichen Gaming, Videokonferenzen und Produktion digitaler Inhalte blieben stark. Auch dürfte die Anzahl der Arbeitsplätze im Home-Office dauerhaft gestiegen sein und da stehe auch bei Tastaturen und Mäusen wieder ein Erneuerungszyklus bevor.

Die Papiere von Roche zogen um gut drei Prozent an. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte einem Zulassungsantrag des Pharmakonzerns für die Covid-19-Therapie Actemra/RoActemra ein beschleunigtes Prüfverfahren gewährt. Dabei geht es um die intravenöse Behandlung von hospitalisierten, erwachsenen Corona-Patienten mit dem Mittel.

Beim Pharmakonzern Novartis kommt es zu einer Änderung in der Organisationsstruktur. Um in den kommenden zehn Jahren die angepeilten Wachstumsziele zu erreichen, sollen künftig die Geschäftseinheiten Pharma und Onkologie zusammengeführt werden. Gleichzeitig sollen zwei separate Vertriebsorganisationen mit stärkerer geografischer Ausrichtung gegründet werden. Die Novartis-Aktien gewannen 1,4 Prozent. (awp/mc/pg)

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