Europa-Schluss: Energiepreise bremsen Aufwärtsdrang

Boerse

Paris / London – Erst die Kursgewinne an den US-Börsen haben Europas Aktienmärkte am Mittwoch ein wenig gestützt. Die Gewinne hielten sich jedoch in Grenzen: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss 0,13 Prozent höher bei 4172,17 Punkten. Mit Blick auf die sich häufenden Quartalsberichte grosser Unternehmen meinte Analyst Michael Hewson von CMC Markets, dass vor allem die hohen Energiepreise die Profitabilität vieler Konzerne zukünftig schmälern könnte. Das bremse die Aktienkurse.

In Paris legten die Kurse etwas stärker zu, der Leitindex Cac 40 gewann 0,54 Prozent auf 6705,61 Zähler. Hier waren unter anderem die Aktien der beiden Luxusgüterhersteller LVMH und Hermes gesucht. In London legte der FTSE 100 um 0,08 Prozent auf 7223,10 Punkte zu.

Als enttäuschend stuften Händler die Quartalsberichte des französischen Luxusgüterkonzerns Kering und des Chipausrüster ASML ein. Die Franzosen konnten zwar den Umsatz steigern, enttäuschten aber mit der Nobelmarke Gucci. Kering-Aktien gaben um 0,6 Prozent nach, konnten deutlich höhere Einbussen aus dem frühen Handel aber wieder eingrenzen. Die Papiere von ASML büssten knapp vier Prozent ein. Die Niederländer kämpfen bei einer guten Auftragslage mit Materialengpässen.

In der Schweiz legte der Leitindex SMI um 0,59 Prozent zu, hier stützten massgeblich hohe Kursgewinne von Nestle nach einem erfreulichen Quartalsbericht des Lebensmittelmultis. Der schweizerische Konzern hatte im vergangenen Jahresviertel dank guter Geschäfte etwa mit Kaffee und Tiernahrung die Erlöse deutlich gesteigert. Nestle-Aktien gewannen 2,7 Prozent.

Die guten Nachrichten von Nestle gaben europaweit dem Lebensmittelsektor Auftrieb, der um 1,7 Prozent zulegte. Danone etwa, die am Vortag nach dem eigenen Zwischenbericht noch schwach geschlossen hatten, erholten sich um 1,8 Prozent. Nicht gefragt waren dagegen Technologieaktien nach den zurückhaltenden Aussagen von ASML. Der Sektor verlor am Ende des Sektortableaus 1,1 Prozent.

Roche rutschten um 1,6 Prozent ab. Auch die von Analysten als stark eingestuften Quartalszahlen und erhöhte Jahresziele konnten den Aktien nicht helfen. In der Sparte Diagnostik lasse die coronabedingte Dynamik spürbar nach, stellten Analysten fest.

Philips -Aktien zogen an der Euronext um 4,7 Prozent an und waren grösster Gewinner im EuroStoxx 50. Die US-Investmentbank Jefferies nannte die Jahresziele des Medizintechnikherstellers «erreichbar» und riet zum Kauf der Aktien. (awp/mc/pg)

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