Europa-Schluss: Londoner Börse nach Brexit-Vertrag ganz vorn

Boerse

London – Die Rally an Europas Aktienmärkten ist am Dienstag weitergegangen. Vor allem in London konnten sich die Anleger dank der Einigung auf einen Brexit-Vertrag über deutliche Kursgewinne freuen – allerdings mit Verspätung, denn am Montag war die Londoner Börse wegen eines Feiertags geschlossen geblieben.

Der britische FTSE 100 zog um 1,55 Prozent auf 6602,65 Punkte an. Der auch „Footsie“ genannte Index erreichte den höchsten Stand seit Anfang März, bevor die Aktienindizes weltweit von der Corona-Pandemie nach unten gerissen worden waren.

Für den EuroStoxx50 ging es um 0,17 Prozent auf 3581,37 Zähler nach oben. Der Leitindex für die Eurozone erklomm den höchsten Stand seit Ende Februar. Der französische Cac 40 gewann 0,42 Prozent auf 5611,79 Punkte. Von neuen Rekorden – wie zuletzt an der Wall Street und auch beim Dax – sind die drei europäischen Indizes aber noch weit entfernt.

„Sprichwörtlich um fünf vor zwölf“ hätten Grossbritannien und die EU eine Einigung erzielt, kommentierten die Experten des Analysehauses Jefferies mit Blick auf den zum Jahreswechsel wirksam werdenden britischen EU-Austritt. Das schlimmste Szenario für den Handel zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich sei somit abgewendet worden. Deshalb stuften die Jefferies-Analysten britische Aktien auf „Bullish“ hoch, prognostizieren ihnen also Kursgewinne.

Im europäischen Branchenvergleich gab es einmal mehr fast nur Gewinner. Die Nase vorn hatten Aktien aus der Medienbranche. Deren Subindex im marktbreiten Stoxx Europe 600 rückte um knapp zwei Prozent vor. Dagegen waren die erneut schwachen Banken und Automobilwerte die Verlierer, ihre Sektorindizes um 0,7 beziehungsweise 0,3 Prozent nach.

Die in London gelisteten Anteilsscheine des Reiseveranstalters Tui zogen in einem freundlichen Branchenumfeld um rund viereinhalb Prozent an. Hier setzten einige Anleger offenbar auf weitere staatliche Hilfen.

Vor einer ausserordentlichen Hauptversammlung in der kommenden Woche gehen die Meinungen über mögliche Hilfen des Landes Niedersachsen für den angeschlagenen Konzern allerdings deutlich auseinander. Die Gesamthilfe für Tui – private Kapitalspritzen inklusive – beläuft sich mittlerweile auf rund 4,8 Milliarden Euro. Auch ein Einstieg des Bundes über die Wandlung etwa von Anleihen in Aktien ist vorbereitet, was Kritiker staatlicher Eingriffe kritisch sehen. (awp/mc/pg)

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