Europa-Schluss: EuroStoxx gibt nach – Pfund-Stärke belastet „Footsie“

Boerse

London – Die negativen Nachrichten aus China zur Coronavirus-Epidemie haben am Donnerstag den EuroStoxx 50 leicht belastet. Der Leitindex der Eurozone machte aber einen Grossteil seiner anfänglichen Verluste wett und schloss nur 0,20 Prozent tiefer auf 3846,74 Punkten, nachdem er am Mittwoch im Handelsverlauf den höchsten Stand seit 2008 erreicht hatte. Der französische Leitindex Cac 40 gab am Donnerstag um 0,19 Prozent auf 6093,14 Punkte nach.

Der rasche Anstieg der Neuerkrankungen und Todesfälle bremse die Aktienmärkte aus, schrieb Analyst Neil Wilson vom Handelshaus Markets.com. Die asiatischen Börsen hätten diese Nachrichten bereits genutzt, um wieder etwas von den zuletzt erreichten Gewinnen abzurücken.

Für den Londoner FTSE 100 („Footsie“) ging es um 1,09 Prozent auf 7452,03 Punkte nach unten. Dieser litt unter dem starken britischen Pfund, das Exporte in Länder ausserhalb Grossbritanniens verteuern kann. Auslöser der Pfundstärke war der überraschende Rücktritt des britischen Finanzministers Sajid Javid. Beobachter begründeten die Marktreaktion mit Spekulationen über eine grosszügigere Ausgabenpolitik der britischen Regierung unter Javids Nachfolger. Dies könnte das Wirtschaftswachstum auf der Insel beleben, wovon das Pfund profitierte.

Aus Sektorensicht waren die Versorger nach einer Hochstufung des Segments durch die Bank Morgan Stanley mit einem Plus von 0,50 Prozent gefragt. Zyklische Sektoren wie etwa die Automobilaktien dagegen fielen wieder zurück. Am Vortag hatten sie noch deutlich zugelegt.

An der EuroStoxx-Spitze zogen die Aktien von Orange SA um mehr als 3 Prozent an. Der französische Telekommunikationskonzern hatte den Anlegern mit einer neuen Prognose und der Entwicklung im Heimatmarkt Mut gemacht. Mit dem Whiskey- und Wodka-Hersteller Pernod Ricard hatte darüber hinaus ein weiteres französisches Unternehmen mit seinen Ergebnissen überzeugt. Die Papiere gewannen fast 4 Prozent.

Die Aktien von Schneider Electric legten um fast 1 Prozent zu und schlossen auf einem Rekordhoch. Der Industriekonzern will den deutschen Bausoftwarehersteller RIB Software übernehmen. Dessen Papiere schnellten um knapp 41 Prozent in die Höhe.

Schlusslicht im Schweizer Leitindex SMI waren die Anteilsscheine von Nestlé, die mehr als 2 Prozent einbüssten. Der Lebensmittelkonzern hatte nach einem etwas schwächeren Jahresende sein Wachstumsziel ein wenig nach hinten verschoben. Zudem hatte das Unternehmen mit seinen Jahreszahlen bei Umsatz und dem Wachstum aus eigener Kraft die Analysten-Erwartungen nicht ganz erreicht.

Die Papiere von Centrica schliesslich brachen am „Foostie“-Ende um mehr als 15 Prozent ein. Der Versorger hatte Analysten zufolge einen sehr schwachen Ausblick präsentiert. (awp/mc/ps)

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