Europa-Verlauf: Stabilisierung – Rohstoffwerte fest, Telekomaktien schwach
Paris / London / Zürich – Die wichtigsten Börsen Europas haben sich am Freitag erholt. Sie folgten damit dem Rückgang der Ölpreise. Auch die Anleiherenditen kamen vor dem Wochenende zurück. «Die Anleger schöpfen wieder etwas Hoffnung, dass sich die Lage an den Energie- und Anleihemärkten zumindest stabilisiert», so Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets. «Von einer echten Entspannung kann allerdings noch keine Rede sein.»
Der EuroStoxx 50 gewann zur Mittagszeit 0,92 Prozent auf 6.182,87 Punkte. Ausserhalb der Euroregion zog der Schweizer Leitindex SMI um 0,88 Prozent auf 13.756,49 Punkte an. Der britische FTSE 100 präsentierte sich mit einem Plus von 0,89 Prozent auf 10.543,93 Punkte ähnlich.
An der Spitze der Einzelwerte standen die Rohstoffwerte. «Die erneut gestiegenen Edelmetallpreise bei Gold und Silber sorgen bei den Unternehmen dieses Sektors für positive Kursimpulse», stellte Lipkow fest. Auch Stahlwerte waren gefragt. ArcelorMittal stiegen um 4,9 Prozent, nachdem die Analysten der UBS den Wert von «Neutral» auf «Kaufen» angehoben hatten.
Unter den ebenfalls gefragten Pharmawerten ragten Argenx mit fünf Prozent Aufschlag heraus. Der Wert erholte sich damit etwas von dem Absturz am Vortag. Der Fehlschlag einer Phase-III-Studie mit dem Wirkstoff Efgartigimod Sc zur Behandlung des Sjögren-Syndroms ändere nichts an der optimistischen Einschätzung, betonten die Analysten von Bernstein und wiederholten ihre Empfehlung.
Schwächster Sektor waren die Telekomwerte. Die Aktien der Deutsche Telekom und von Vodafone büssten acht Prozent sowie knapp vier Prozent ein. Auch andere Werte des Sektors standen unter Druck. «Hintergrund sind die Bestrebungen des Technologiekonzerns SpaceX , seine Aktivitäten im Telekommunikations- und Kabelsektor weiter auszubauen», merkte Lipkow an. «Bereits am Donnerstag waren die Aktien grosser amerikanischer Kabel- und Telekommunikationsunternehmen infolge dieser Entwicklung deutlich unter Druck geraten.»
Auch Ölwerte gaben nach. «Die Aktien der Energiekonzerne leiden zum Wochenausklang unter den rückläufigen Rohölpreisen und den damit verbundenen Gewinnmitnahmen», begründete Lipkow die Abgaben. (awp/mc/ps)