Europa-Schluss: Guter September-Auftakt insbesondere in Paris

Boerse

Paris / London – Die Anleger an europäischen Börsen sind überwiegend mit guter Stimmung in den September gegangen. Kursgewinne in Asien waren auf die Aktienmärkte diesseits des Atlantiks übergeschwappt und sorgten so am Mittwoch für Rückenwind.

Der EuroStoxx50 schloss 0,74 Prozent im Plus mit 4227,27 Punkten. Im frühen Handel war der Leitindex der Eurozone sogar um 1,3 Prozent in die Höhe geschnellt und hatte damit seine bisherige Bestmarke seit 2008 knapp über die Marke von 4250 Punkte nach oben geschraubt.

Der Pariser Leitindex Cac 40 zog unter anderem beflügelt von Luxusgüterwerten um 1,18 Prozent auf 6758,69 Punkte an. Der britische FTSE 100 hinkte dem wegen schwächerer Minenwerte, die in London stark vertreten sind, mit einem Anstieg um 0,42 Prozent auf 7149,55 Zähler hinterher.

«Der Appetit der Anleger für riskantere Anlagen bleibt hoch, auch wenn sich einige europäische Währungshüter am Vortag etwas restriktiver zeigten», schrieb Analyst Pierre Veyret vom Handelshaus ActivTrades. Die meisten Marktteilnehmer seien zuversichtlich, was die Wiedereröffnung der Volkswirtschaften sowie die Perspektive für eine globale Erholung betreffe. Anleger wollten diese Marktlage zum Jahresende hin offenbar noch einmal ausnutzen, bevor die Notenbanken dann im neuen Jahr die ersten Zügel anziehen dürften.

Gefragt waren europaweit die wieder einmal erholten Werte aus der Reise- und Freizeitbranche mit einem Anstieg um 1,8 Prozent. Der Index des Einzelhandelssektors , der auch Luxusgüteraktien enthält, gewann ebenfalls 1,8 Prozent. Unter diesen fielen die Papiere von Richemont in Zürich mit einem Plus von gut zwei Prozent positiv auf. Sie waren von der Privatbank Julius Bär zum Kauf empfohlen worden. Die Analysten gehen davon aus, dass die zuletzt gedämpfte chinesische Nachfrage nach Luxusgütern rasch wieder ansteigen wird.

An der EuroStoxx-Spitze schnellten neben Prosus die Anteilsscheine des französischen Spirituosenkonzerns Pernod Ricard um 3,7 Prozent nach oben. Letztere profitierten damit von starken Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr und der Ankündigung weiterer Aktienrückkäufe. Analyst James Edwardes Jones von der kanadischen Bank RBC lobte als derzeitige Treiber die Märkte in China und den USA.

Deutlich mit fünfeinhalb Prozent unter Druck standen dagegen in Paris die Papiere von Carrefour , sie sackten wegen einer Aktienplatzierung auf ein Tief seit etwa einem Monat ab und waren zudem das klare Schlusslicht im Cac 40. Am Vorabend war bekannt geworden, dass sich die Familien-Holding Agache Group des Milliardärs Bernard Arnault von ihrem verbliebenen Anteil an dem Supermarktkonzern trennt. Laut Analyst Clément Genelot von Bryan Garnier nahm Arnault dabei einen herben Kursverlust in Kauf. «Der Schritt sieht aus wie eine Kapitulation und sendet natürlich ein negatives Signal», schrieb der Experte.

In London büssten die Aktien von WH Smith fast vier Prozent ein. Der Buchhändler enttäuschte die Anleger mit seinem Ausblick auf die Profitabilität, der Börsianern zufolge nur das untere Ende der Erwartungen erreicht hatte. (awp/mc/pg)

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