Europa-Schluss: Die Rally nimmt eine Auszeit

Boerse

Paris – Nach den hohen Kursgewinnen der vergangenen Woche ist Europas Aktienmärkten am Montag die Puste ausgegangen. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 , der in der ersten Juniwoche noch um fast elf Prozent nach oben geschnellt war, schloss 0,53 Prozent niedriger auf 3366,29 Punkten. Den Anstieg über die Marke von 3400 Punkten verpasste das Börsenbarometer wie schon am Freitag. Kursbewegende Impulse waren zum Wochenbeginn Mangelware.

Angesichts der stark gestiegenen Aktienbörsen dränge sich der Eindruck auf, als würden potenzielle Belastungsfaktoren „komplett ignoriert“, schrieb Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Helaba. Er nannte neben den Unruhen in den USA die noch immer drohende Gefahr eines Handelsstreits zwischen den Vereinigten Staaten und China. Auch teils katastrophale Konjunkturdaten und eine hohe Bewertung von Aktien würden ausgeblendet.

Europaweit tendierten die Börsen etwas schwächer: In Paris sank der Cac 40 um 0,43 Prozent auf 5175,52 Punkte. Der britische Leitindex FTSE 100 schloss 0,18 Prozent niedriger auf 6472,59 Zählern.

Unter den Branchen in Europa war der Technologie-Sektor Schlusslicht mit minus 1,8 Prozent, während der Bankensektor mit plus 1,6 Prozent erneut von den jüngst angekündigten Hilfsmassnahmen der Europäischen Zentralbank für die Wirtschaft in der Eurozone profitierte.

Gefragt war auch der Öl- und Gassektor , der um 1,1 Prozent zulegte. Die Opec und ihre Partner hatten am Samstag beschlossen, die aktuelle Drosselung der Ölproduktion um einen weiteren Monat zu verlängern. Eni legten im EuroStoxx 50 um 1,7 Prozent zu und Total um 1,3 Prozent. Im Stoxx 50 gewannen BP 1 Prozent und Shell 1,8 Prozent.

Im Fokus standen die Papiere von Astrazeneca , die um 2,7 Prozent nachgaben. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete, ist der britisch-schwedische Pharmakonzern an einem Zusammenschluss mit dem US-Biotechunternehmen Gilead interessiert. Die Briten seien im Mai an die Amerikaner herangetreten, berichtete die Agentur am Sonntag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Beide Unternehmen spielen bei der Suche nach einem Medikament oder einen Impfstoff gegen Covid-19 eine wichtige Rolle. Analysten reagierten überwiegend überrascht und verwiesen auf geringe Gemeinsamkeiten der beiden Unternehmen.

Zu den Gewinnern gehörten dagegen Swiss Re , die in Zürich um knapp ein Prozent stiegen. Das Analysehaus RBC hatte die Aktie auf „Outperform“ und das Kursziel von 80 auf 100 Franken erhöht. Der schweizerische Rückversicherer habe die aktuelle Krise deutlich besser hinter sich gebracht als die Krisen in der Vergangenheit, so Analyst Kamran Hossain. (awp/mc/pg).

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