Europa-Verlauf: Unternehmenszahlen und Corona-Ängste belasten

Boerse

Paris – Überwiegend negativ aufgenommene Quartalszahlen europäischer Schwergewichte und die Sorgen um steigende Corona-Infektionszahlen haben Europas Aktienmärkten einen herben Dämpfer verpasst. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone verlor am Donnerstag 2,79 Prozent auf 3208,20 Punkte. Am Nachmittag nahm der Druck auf die Kurse noch zu, nachdem aus den USA desaströse Daten zur Wirtschaft im zweiten Quartal veröffentlicht worden waren.

„Das Coronavirus hat die Welt weiter fest im Griff“, stellte Volkswirt Christoph Balz von der Commerzbank fest. In Spanien stiegen die Infektionszahlen weiter deutlich, und auch Frankreich und Deutschland meldeten steigende Zahlen von Neuinfektionen. Zudem seien in den USA die Verbraucher angesichts anhaltend hoher Infektionszahlen vorsichtiger geworden.

In Paris fiel der Cac 40 um 2,13 Prozent auf 4852,94 Zähler. In London ging es für den britischen FTSE 100 um 2,31 Prozent auf 5989,99 Punkte nach unten. Der FTSE 100 rutschte erstmals seit Mitte Juni wieder unter die 6000er Marke und ging mit einem Abschlag von 2,31 Prozent auf 5989,99 Punkte aus dem Handel.

Europaweit waren Banken- und Versicherungswerte die schwächsten Branchen mit Verlusten von jeweils rund 4 Prozent. Am besten schnitt der Sektor Reise und Freizeit mit einem moderaten Plus von 0,2 Prozent.

Unter den Einzelwerten waren die Aktien von BBVA mit einem Kurseinbruch von mehr als 8 Prozent das Schlusslicht im EuroStoxx 50. Analyst Adrian Cighi von der Bank Credit Suisse bemängelte sehr schwache Prognosen der spanischen Grossbank für die Geschäfte in Mexiko.

Zu den wenigen Gewinnern im EuroStoxx 50 zählten die Papiere von AB Inbev , die um 1,4 Prozent stiegen. Der Brauereikonzern sieht trotz der weltweiten Corona-Pandemie Licht am Ende des Tunnels. Nach Monaten von Ausgangssperren und anderen Beschränkungen zog das Geschäft im Juni in vielen Märkten wieder an.

Beim französischen Lebensmittelkonzern Danone lastete die Corona-Pandemie von April bis Juni auf Umsatz und Ergebnis. Der Kurs fiel um 5,4 Prozent. Aktien von Airbus stiegen dagegen um knapp 2 Prozent. Beim Flugzeugbauer sind zuletzt weniger Barmittel abgeflossen als befürchtet.

Die Corona-Krise wird für britische Banken zu einem immer grösseren Problem. So musste Lloyds im zweiten Quartal 2,4 Milliarden Pfund für mögliche Kreditausfälle zurücklegen. Der Aktienkurs büsste 7,6 Prozent ein. In London standen zudem Ölwerte wie Shell und BP angesichts eines starken Ölpreisverfalls unter Druck.

Der italienische Energiekonzern Eni muss wegen des beispiellosen Preisverfalls von Öl und Gas im Zuge der Corona-Pandemie Milliarden abschreiben. Das liess den Kurs um mehr als 7 Prozent absacken.

Der Stahlkonzern ArcelorMittal litt im zweiten Quartal erheblich unter der wegbrechenden Stahlnachfrage wegen der Corona-Pandemie. Die Aktien büssten knapp 5 Prozent ein. (awp/mc/pg)

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