Europa-Schluss: Erst US-Börsen geben Kursen Anschub

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(Adobe Stock)

Paris / London – Erst mit Kursgewinnen an der Wall Street haben sich Europas Börsen am Dienstagnachmittag weiter nach oben gewagt. Der EuroStoxx 50 als Leitindex für die Eurozone stieg am Ende um 1,64 Prozent auf 3585,58 Punkte und setzte damit die vor knapp zwei Wochen begonnene Erholung fort. Um gut zehn Prozent hat sich der Index mittlerweile vom jüngsten Tief nach oben gearbeitet. Der französische Cac 40 stieg am Dienstag um 1,94 Prozent auf 6250,55 Punkte.

Bis zur Startglocke an der Wall Street war das Geschäft an den europäischen Aktienmärkten von Vorsicht geprägt. Als dann die Quartalsberichte grosser US-Konzerne wie UPS , Coca-Cola und General Motors mit Kursgewinnen quittiert wurden, legten auch die europäischen Börsenindizes einen Gang zu. Gut kamen in New York auch die fallenden Zinsen am US-Anleihemarkt an.

Mit Blick auf die europäischen Märkte scherte der Londoner FTSE 100 aus der Reihe, der mit 7013,48 Zählern quasi auf der Stelle trat. Hier dürfte das starke Pfund belastet haben, das die Wettbewerbschancen britischer Unternehmen auf den Märkten schmälern könnte.

Der Chemiesektor gehörte zu den schwächsten Sektoren, belastet von den Verluste des Schwergewichts Linde. Der Dax-Konzern wendet dem Börsenplatz Frankfurt den Rücken zu. Damit müsste das Unternehmen auch seinen Platz im deutschen Leitindex Dax räumen. Am Aktienmarkt kamen die Pläne nicht gut an. Linde fielen um 3,5 Prozent. Dem standen starke Quartalszahlen des französischen Konkurrenten Air Liquide gegenüber, der Kurs der Franzosen stieg um fast sieben Prozent.

Uneinheitlich war auch die Entwicklung im Bankensektor. Unter Druck standen die Aktie der britischen Grossbank HSBC. Unter dem Strich hatte die vor allem in Asien aktive Bank wegen einer Abschreibung auf das zum Verkauf stehende Geschäft in Frankreich im dritten Quartal weniger verdient. Die Aktie fiel um fast sieben Prozent.

Besser kamen die Zahlen von UBS an. Das schweizerische Geldhaus hat im dritten Quartal zwar wie erwartet unter den schwierigen Marktbedingungen gelitten und deutlich weniger verdient als im Vorjahr. Die Erwartungen der Experten wurden allerdings klar übertroffen. UBS gewannen knapp acht Prozent.

Wenig Kurseinfluss hatten letztlich die Zahlen eines anderen schweizerischen Grosskonzerns. Das Ergebnis von Novartis war auch im dritten Quartal von einem starken US-Dollar beeinträchtigt worden. Unter dem Strich blieb ein operativer Betriebsgewinn von 2,2 Milliarden US-Dollar übrig – ein Minus von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Aktien schlossen nach Schwankungen moderat im Minus. (awp/mc/ps)

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