Europa-Schluss: EuroStoxx 50 erholt sich etwas – Danone schwach

Boerse

Paris / London – Nach dem schwachen Wochenauftakt haben sich Europas grosse Aktienmärkte am Dienstag wenig bewegt. Zwar schloss der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 mit 0,37 Prozent im Plus bei 4166,83 Punkten. Die Börsen in Paris und Zürich schlossen dagegen leicht im Minus. «Die Sorgen um eine weiter nachlassende Konjunkturerholung in den USA, Europa und China belasten zunehmend die Aktien aus Europa», stellte Marktexperte Andreas Lipkow von Comdirect fest.

Der französische Cac 40 gab um 0,05 Prozent auf 6669,85 Zähler nach, gebremst vor allem von einem hohen Kursverlust der Danone-Aktie. Der Lebensmittelriese leidet unter steigenden Kosten. Der britische FTSE 100 schloss 0,19 Prozent höher bei 7217,53 Punkten.

«Auch die Turbulenzen auf dem chinesischen Immobilienmarkt schwelen weiter», fügte Kapitalmarktexperte Jürgen Molnar vom Broker Robo Marktes hinzu. Zahlreiche kleinere chinesische Immobilienunternehmen hätten Zahlungstermine für ausstehende Anleihen verpasst. «Inwieweit eine Pleitewelle in einem Sektor, der fast eine Drittel der gesamten Wirtschaftsleistung ausmacht, spurlos am weltweiten Finanzmarkt vorüberziehen kann, ist mehr als fraglich», so Molnar.

Mit Blick auf die Sektoren verzeichneten erneut die Öl- und die Rohstoffwerte Gewinne. «Der Ölmarkt bleibt vorerst angespannt», stellte Analyst Carsten Fritsch von der Commerzbank fest. Dafür sorge nicht zuletzt Opec+ mit einer restriktiven Förderpolitik. Die Angaben zur Förderung im ersten Geschäftsquartal des Rohstoffkonzerns BHP Group, die leicht unter den Erwartungen gelegen hatten, taten der guten Entwicklung keinen Abbruch.

Ein eher durchwachsenes Bild zeigte sich bei den Technologiewerten. Während einige Titel wie ASML und Adyen stiegen, nachdem das US-Technologiesegment am Montag zugelegt hatte, sah es bei anderen nicht ganz so gut aus. So büssten die A-Aktien des Netzwerkausrüster Ericsson 3,4 Prozent ein. Im dritten Quartal belasteten wie bei vielen anderen Unternehmen Probleme in der Lieferkette den Umsatz der Schweden. In den Monaten Juli bis September ging der Erlös im Vergleich zum Vorjahresquartal um zwei Prozent zurück. Experten hatten mit einem leichten Umsatzplus gerechnet.

Enttäuschende Aussagen von Danone liessen die Aktie um drei Prozent fallen. Der Lebensmittelkonzern leidet unter explodierenden Kosten. Was zunächst mit höheren Preisen für Rohstoffe begonnen habe, habe sich zuletzt durch weitreichende Einschränkungen bei der Lieferkette verstärkt, sagte Finanzvorstand Jürgen Esser. Das Unternehmen will nun mit höheren Preisen und einer höheren Produktivität gegensteuern.

In Zürich büssten Roche-Aktien 1,7 Prozent ein. Der US-Partner Atea Pharma hat einen unerwarteten Rückschlag erlitten. Der Hoffnungsträger AT-527, die sogenannte Corona-Pille, hat in einer Studie die gesteckten Ziele nicht erreicht. Atea-Aktien brachen zuletzt an der US-Börse Nasdaq um mehr als 60 Prozent ein. (awp/mc/ps)

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