Europa-Verlauf: Verhaltene Erholung – Unsicherheit bleibt hoch

Boerse

Paris / London – Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag weiter zugelegt. Positive Signale aus den USA stützten, wobei die Gewinne überschaubar blieben. Der EuroStoxx 50 gewann am späten Vormittag 0,43 Prozent auf 4097,69 Punkte.

Auch an den grossen Länderbörse gab es leichte Zuwächse. In Paris stieg der Cac 40 um 0,44 Prozent auf 6589,40 Punkte. Der FTSE 100 kletterte in London dank Gewinnen der Rohstofftitel mit 0,69 Prozent auf 7157,43 Punkte etwas stärker.

Mit den leichten Zuwächsen reagierten die Börsen auf Entspannungssignale aus den USA. Der US-Kongress will einen drohenden Teil-Stillstand der Regierungsgeschäfte abwenden. An diesem Donnerstag soll zunächst im Senat über eine Übergangsfinanzierung für die Regierung bis Anfang Dezember abgestimmt werden. Ein Votum im Repräsentantenhaus könnte kurz danach folgen, um die Budgetregelung schliesslich noch kurz vor Ablauf der Frist um Mitternacht in Kraft zu setzen. «Der US-Shutdown ist vom Tisch», merkte Fondsmanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners dazu an. Allerdings sei die Finanzierung der USA zunächst nur bis zum 3. Dezember gesichert.

Zu viel Optimismus ist damit nicht angebracht. «Die zuletzt erlebte Erholung an den europäischen Aktienmärkten steht weiterhin auf tönernen Füssen», warnte Marktexperte Andreas Lipkow vom Comdirect. «Es muss sich zuerst zeigen, ob die Konjunkturentwicklung in Europa, den USA und China weiter Kaufimpulse für Aktien liefern kann. Zudem bleibt die Preisentwicklung in vielen Industrieländern ein wichtiger Belastungsfaktor für die Finanzmärkte.»

An der Spitze der Sektoren standen die Rohstofftitel. Steigende Eisenerzpreise hatten bei den entsprechenden Werten an der australischen Börse bereits zu Kursgewinnen geführt, die sich nun in Europa fortsetzten.

Auch mit den Technologietiteln ging es weiter nach oben. Das Branchenschwergewicht ASML knüpfte an die Stärke vom Vortag an. Der Halbleiterausrüster hatte sich zuletzt höhere Ziele bis 2025 gesetzt. Goldman-Analyst Alexander Duval attestierte dem Chipausrüster starke mittel- und langfristige Wachstumsambitionen. Im Mediensektor glänzten Vivendi mit über zwei Prozent Plus. Die UBS hatte die Beteiligung Universal Music auf «Buy» hochgestuft und ein Kursziel von 25 Euro genannt.

Unter den kleineren Wert trieben Übernahmehoffnungen Eutelsat um über 13 Prozent nach oben. Der Unternehmer Patrick Drahi, Gründer und Chef des Altice-Konzerns, habe Eutelsat ein Gebot über 12,10 Euro je Aktie unterbreitet, hatte der Konzern mitgeteilt. Die Franzosen hätten jedoch entschieden, nicht in Gespräche einzusteigen. (awp/mc/ps)

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