Europa-Schluss: Ernüchterung nach Details aus dem Fed-Protokoll

Boerse
(Adobe Stock)

Paris / London – Die Ernüchterung an den US-Börsen nach Details aus dem Protokoll der US-Notenbank hat am Donnerstag auch Europas Aktienmärkte belastet. Der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx 50 , verlor 1,53 Prozent auf 4324,81 Punkte.

In Paris drehte der rekordhohe Cac 40 in die Verlustzone und gab um 1,72 Prozent auf 7249,66 Punkte nach. In London büsste der FTSE 100 0,88 Prozent auf 7450,37 Punkte ein.

Das Sitzungsprotokoll der Federal Reserve (Fed) wurde von den Anlegern auf beiden Seiten des Atlantiks nicht gerade mit Begeisterung aufgenommen. Wie aus den Minutes überraschend hervorging, sprachen sich einige Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses der Fed dafür aus, schon kurz nach der ersten Zinserhöhung mit der Verringerung der Bilanzsumme der Notenbank zu beginnen. Dies offenbare eine recht aggressive geldpolitische Sicht der Notenbanker, schrieb Analystin Birgit Henseler von der DZ Bank.

Die anstehenden Zinsanhebungen spiegelten sich erneut in der Entwicklung der einzelnen Sektoren wider. Zu den stärksten Verlierern zählten weiterhin Technologiewerte. Sie folgten damit dem jüngsten Druck aus den USA, wo die technologielastige Nasdaq vor allem am Mittwoch kräftig nachgegeben hatte. Der Sektor gilt als besonders sensibel für die Zinsentwicklung. Die extrem lockere Geldpolitik während der Corona-Krise hatte zahlreichen Technologiewerten zu Höhenflügen verholfen.

Bankaktien dagegen waren am Donnerstag die Favoriten in Europa, denn die Branche profitiert von steigenden Zinsen. Das vierte Quartal dürfte zudem für globale Investmentbanken solide verlaufen sein, schrieb Analyst Kian Abouhossein von JPMorgan. Er rechnet ausserdem mit einem starken Start der Banken in das neue Jahr. Auch die Gewinne der UBS -Aktie von 1,1 Prozent stützten den Sektor, nachdem diese durch Keefe, Bruyette & Woods hochgestuft worden war.

Auf positive Resonanz bei Analysten und Marktteilnehmern stiess auch eine Übernahme der Societe Generale. Die französische Bank stellt ihr Geschäft rund um Fahrzeugleasing und Flottenmanagement mit einer Milliardenübernahme neu auf. Der zum Konzern gehörende Fuhrparkmanager ALD Automotive wolle den niederländischen Konkurrenten Leaseplan für 4,9 Milliarden Euro übernehmen, teilte die französische Grossbank mit. Für die SocGen-Aktie ging es im Cac 40 um 1,9 Prozent nach oben.

Um weitere 6,3 Prozent stiegen im Cac 40 zudem die Anteile von Carrefour. Bereits am Vortag hatten sie um etwas mehr als 5 Prozent zugelegt, nachdem kolportiert wurde, dass der französische Lebensmittel-Händler Auchan Kreisen zufolge erneut eine Übernahme des Rivalen erwäge. (awp/mc/ps)

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