Europa-Schluss: Erholung nimmt Fahrt auf

Boerse
(Adobe Stock)

Paris / London – Europas wichtigste Aktienmärkte haben am Mittwoch ihre Erholung vom Vortag beschleunigt. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 2,62 Prozent auf 3647,87 Zähler. Auch überraschend hohe Inflationsdaten aus den USA konnten den Aufwärtsdrang am Nachmittag nicht bremsen. Der EuroStoxx 50 hatte vom jüngsten Hoch Ende März bei über 4000 Zählern bis zum Montag mehr als 12 Prozent eingebüsst und war laut einem Händler «einfach reif für eine Gegenbewegung».

Für den Pariser Leitindex Cac 40 ging es um 2,50 Prozent auf 6269,73 Punkte aufwärts. Der Londoner FTSE 100 erholte sich um 1,44 Prozent auf 7347,66 Zähler.

Schon von den asiatischen Börsen hatte es am Morgen positive Signale gegeben. Sinkende Corona-Zahlen in Schanghai schürten «die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Lockdowns», wie Fondsmanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners anmerkte.

Gefragt waren erneut die Autowerte. «Hier positionieren sich Investoren mit Blick auf das Jahresende beziehungsweise das kommende Geschäftsjahr», begründete Marktexperte Andreas Lipkow von Comdirect die Gewinne. Dann sollten die Störungen der Lieferketten behoben sein.

Auch der Reise- und Freizeitsektor verzeichnete Gewinne. Der weltgrösste Reisekonzern Tui rechnet nach der schweren Krise durch die Corona-Pandemie wieder mit schwarzen Zahlen. Tui-Aktien gewannen fast sechs Prozent.

Der Technologiesektor war angesichts der Erholung der entsprechenden Werte in den USA ebenfalls wieder gefragt. Die Aktie der Beteiligungsgesellschaft Prosus legte dank der Kursstärke ihrer Beteiligungen in Asien um rund sieben Prozent zu.

Der europäische Pharmasektor wies am Mittwoch als einziger Sektor einen Verlust auf, er litt unter den Einbussen des Schwergewichts Roche . Der Pharmakonzern hatte mit seiner neuartigen Krebstherapie Tiragolumab einen weiteren Forschungsrückschlag erlitten. Die Nachricht wog um so schwerer, als Analysten überwiegend auf ein positives Ergebnis gehofft hatten. Roche büssten 6,9 Prozent ein und belasteten auch den schweizerischen Leitindex SMI.

Die Einzelhandelswerte hielten sich zwar besser, doch stachen hier Ahold Delhaize mit mehr als fünf Prozent Abschlag negativ hervor. Damit weitete das Papier den bisherigen Jahresverlust aus. An der Börse kamen die Zahlen und die leicht erhöhte Prognose des Handelsriesen nicht gut an. (awp/mc/pg)

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