Europa-Schluss: Anleger gehen in Deckung vor Fed-Sitzung

Boerse

Paris / London – Die anstehenden geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank (Fed) haben die Anleger an den europäischen Aktienmärkten zur Wochenmitte in der Defensive gehalten. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone schloss am Mittwoch mit einem Minus von 0,10 Prozent bei 3300,16 Punkten. In Paris stieg der Cac 40 – angetrieben von positiv aufgenommenen Unternehmenszahlen – um 0,60 Prozent auf 4958,74 Punkte. In London ging es für den britischen FTSE 100 um 0,04 Prozent auf 6131,46 Punkte nach oben.

Bei den am Abend erwarteten Beschlüssen der Fed-Zinssitzung wird am Markt nicht mit einer Änderung der Geldpolitik gerechnet. Der Leitzins dürfte demnach weiterhin in der Spanne zwischen 0 und 0,25 Prozent bleiben. Nach der Zinsentscheidung wird erwartet, dass Notenbankpräsident Jerome Powell eine Einschätzung der konjunkturellen Entwicklung in den USA liefert. Bereits vor Beginn der zweitägigen Zinssitzung hatte die Fed am Dienstag mitgeteilt: Sie verlängert die meisten ihrer in der Corona-Krise aufgelegten Kreditprogramme zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie um drei Monate bis zum Jahresende.

Europaweit waren Automobilwerte mit minus 1,4 Prozent die schwächste Branche, während der Immobiliensektor mit plus 1,8 Prozent ganz oben in der Anlegergunst stand.

Unter den Einzelwerten stachen im EuroStoxx die Papiere von Kering mit plus 4 Prozent positiv hervor. Der französische Luxusgüterhersteller übertraf mit seinen Halbjahreszahlen sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Ergebnis (Ebit) die durchschnittlichen Analystenerwartungen.

Die Aktien von Schneider gewannen 2,9 Prozent. Der Elektrotechnikkonzern meldete trotz der Covid-19-Krise überraschend gute Halbjahreszahlen und wagte zudem nun wieder einen Ausblick auf das restliche Jahr. Konzernchef Jean-Pascal Tricoire sprach zwar von einer bleibenden Unsicherheit, bestätigte aber dennoch die Mittelfristziele.

Carrefour stieg um 0,9 Prozent. Der Handelskonzern steigerte seinen Betriebsgewinn im ersten Halbjahr deutlich und auch der Umsatz auf vergleichbarer Fläche stieg. Zudem wollen die Franzosen nun einen noch etwas ehrgeizigeren Sparkurs verfolgen.

Ein zweistelliger Milliardenverlust bei Banco Santander in der ersten Jahreshälfte 2020 sorgte für einen Kursverlust von 4,7 Prozent. Die spanische Grossbank rutschte wegen der Corona-Pandemie tief in die roten Zahlen und meldete milliardenschwere Abschreibungen auf die Geschäfte in Grossbritannien, Polen und den Vereinigten Staaten.

Für die Papiere von Rio Tinto ging es um 0,7 Prozent nach oben. Der Bergbaukonzern will trotz der virusbedingten Belastungen die Dividende erhöhen. (awp/mc/ps)

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