Eurozone: Sentix-Index sinkt weiter

Europäische Zentralbank EZB

EZB-Sitz in Frankfurt am Main.

Limburg – Die Stimmung von Investoren im Euroraum hat sich im Dezember zum fünften Mal in Folge eingetrübt. Der Sentix-Index sei von minus 21,2 Punkten im Vormonat auf minus 24,0 Punkte gefallen, teilte das private Institut Sentix am Montag in Limburg mit. Volkswirte hatten mit einer leichten Erholung auf minus 21,1 Punkte gerechnet.

Die Schuldenkrise in der Eurozone hinterlasse immer tiefere Spuren in der realen Wirtschaft, sagte Sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner. Der Abwärtsdruck komme von «einer sich verschlechternden Lage, während die Erwartungswerte von den jüngsten Hilfsaktionen der Notenbanken unbeeindruckt bleiben». Nach Einschätzung von Hübner sieht es in den USA und in Deutschland besser aus, doch «dem Abschwung-Szenario sind auch sie noch nicht entwachsen». Er sieht die Eurozone weiterhin als «stark rezessionsgefährdet».

Einkaufsmanagerindex bleibt hinter Erwartungen zurück
In der Eurozone hat sich die Stimmung der Einkaufsmanager im November etwas weniger aufgehellt als zunächst geschätzt. Der Gesamtindex stieg von 46,5 Punkten im Vormonat auf 47,0 Zähler, wie das Forschungsunternehmen Markit am Montag in London mitteilte. In einer ersten Schätzung war das Institut von einem Anstieg auf 47,2 Punkte ausgegangen. Der Indikator bleibt damit weiter unter der wichtigen Wachstumsschwelle bei 50 Punkten. Im Dienstleistungssektor des Euroraums legte der Einkaufsmanagerindex im Vergleich zum Vormonat zwar deutlich zu, blieb jedoch leicht hinter der vorläufigen Schätzung zurück. Nach Zahlen vom letzten Donnerstag trübte sich die Stimmung in der Industrie erwartungsgemäss ein.

Frankreich: Stimmung im Dienstleistungssektor deutlich besser
In der grössten Euro-Wirtschaft Deutschland hellte sich die Stimmung im Servicebereich gegenüber dem Vormonat nur geringfügig auf – der Anstieg blieb spürbar hinter der Erstschätzung zurück. Dafür kam es in der zweitgrössten Volkswirtschaft Frankreich zu einer unerwartet deutlichen Stimmungsverbesserung im Dienstleistungssektor. Der Index stieg dort knapp unter die Expansionsschwelle. Auch das grosse Euro-Sorgenkind Italien konnte mit einem Stimmungsaufschwung überraschen, wenngleich auf weiterhin niedrigem Niveau. Ab einem Wert von 50 Punkten deuten die Indikatoren auf einen Anstieg der wirtschaftlichen Aktivität hin. Liegen die Kennzahlen unter diesem Wert, kann von einem Rückgang ausgegangen werden. (awp/mc/ps)

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