EZB-Chefökonom Stark: Kein Land in Schuldenkrise sicher

Jürgen Stark

Jürgen Stark, zurücktretendes EZB-Direktoriumsmitglied.

Dublin – In der europäischen Schuldenkrise kann sich nach Einschätzung von EZB-Chefökonom Jürgen Stark kein Land in Sicherheit wiegen. «In der aktuellen Situation ist kein Land wirklich geschützt», sagte Stark der «Irish Times» vom Montag. Stark bezog seine Warnung auf die Gefahr, dass Länder plötzlich von Kapitalmarkt abgeschnitten werden könnten wie beispielsweise Griechenland. «Das kann auch grösseren, hochentwickelten ökonomschaften passieren.»

Zudem unterstrich Stark, dass die europäischen Regierungs- und Staatschefs kein Land aus dem Währungsraum drängen wollten. Allerdings dürfe finanzielle Hilfe nur unter bestimmten Bedingungen gewährt werden, da ansonsten die Solidarität überspannt werde. «Solidarität kann niemals eine Einbahnstrasse sein.» Stark, der als sehr stabilitätsorientierter Geldpolitiker gilt, war am Freitagabend von seinen Positionen bei der EZB zurückgetreten. Er wird jedoch im Amt bleiben, bis ein Nachfolger gefunden ist. Das Interview wurde laut Irish Times am Freitagmorgen geführt, also nur wenige Stunden vor seinem Rücktritt. (awp/mc/ps)

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