Devisen: Franken deutlich fester nach Iran-Ängsten

Devisen: Franken deutlich fester nach Iran-Ängsten
(Bild: © Swisshippo / AdobeStock)

Zürich – Nach einem ruhigen Morgen ist es am Nachmittag plötzlich zu grösseren Bewegungen am Devisenmarkt gekommen. Der Franken legte aufgrund von Ängsten in Bezug auf einen bald bevorstehenden Iran-Krieg deutlich zu gegenüber US-Dollar und Euro.

Das USD/CHF-Paar unterschritt dabei kurz vor 14.30 Uhr die Marke von 0,77 und sank danach weiter auf aktuell 0,7683. Noch etwas stärker als jetzt war der Franken zum Greenback Ende Januar gewesen – damals hatte der Dollar im Tiefpunkt noch 76,05 Rappen gekostet.

Auch zum Euro hat der Franken am Nachmittag klar zugelegt. Das EUR/CHF-Paar fiel dabei unter die Grenze von 0,91 und notiert aktuell noch bei 0,9068. Dies ist – abgesehen von kurzfristigen Bewegungen bei Aufhebung des Euro-Mindestkurses der SNB 2015 – der höchste Stand des Frankens zur Gemeinschaftswährung aller Zeiten bzw. ein neues Jahrestief für das Währungspaar.

Händler verwiesen auf den Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Einerseits habe China seine Bürger dazu aufgerufen, den Iran zu verlassen. Andererseits habe die USA den Botschaftsangehörigen in Israel geraten, auszureisen. «Die Situation im Nahen Osten verspannt sich derzeit wieder. Das ruft die Flucht in die sicheren Häfen und damit auch den Franken hervor», sagte ein Händler.

Zuvor hatte der Iran zwar nach einer indirekten Verhandlungsrunde mit den USA weitere Gespräche für kommende Woche angekündigt. Beide Seiten lägen in wichtigen Fragen allerdings «noch weit auseinander», berichtete das «Wall Street Journal» nach Abschluss der dritten Verhandlungsrunde in Genf. Bei den Treffen geht es vor allem um das umstrittene iranische Atomprogramm.

Auch andere sichere Häfen wie Gold und Silber legten am Freitagnachmittag sprungartig zu. Gold kostete zuletzt 5223 US-Dollar, bei Silber waren es 92,26 US-Dollar pro Unze. Bei Silber war es der höchste Stand seit dem grossen Einbruch Ende Januar.

Wenig Einfluss auf die Währungen hatten derweil die am Nachmittag veröffentlichten US-Produzentenpreise, die deutlich über den Erwartungen ausfielen und damit einen verstärkten Inflationsdruck zeigen. Im Januar stiegen die Preise, die Hersteller für ihre Waren verlangen, um 2,9 Prozent, wie das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Ökonomen waren im Schnitt nur von einem Plus von 2,6 Prozent ausgegangen. Im Dezember und im November hatte die Rate noch jeweils bei 3,0 Prozent gelegen.

Eigentlich müsste diese Entwicklung den Dollar in die Höhe treiben, da sie baldige weitere Zinssenkungen durch die US-Notenbank Fed unwahrscheinlicher machen. Zinssenkungen könnten sich damit entgegen den Forderungen von US-Präsident Donald Trump weiter nach hinten verschieben. Diese Tatsache sei allerding durch die politischen Ereignisse überlagert worden, heisst es im Handel. Beim EUR/USD-Paar gab es kaum Veränderungen – es notiert aktuell weiterhin um die Marke von 1,18.

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