Goldpreis im Höhenflug – Neues Rekordhoch in Euro

Goldpreis im Höhenflug – Neues Rekordhoch in Euro

London / Frankfurt – Der Goldpreis hat seinen Höhenflug im Zuge der Corona-Krise nach den Osterfeiertagen fortgesetzt. Am Dienstag wurde die Feinunze (31,1 Gramm) an der Börse in London bei 1728,09 US-Dollar gehandelt. Das ist der höchste Preis seit Ende 2012. Seit Beginn des Monats hat sich das gelbe Edelmetall um etwa zehn Prozent verteuert. Nach Einschätzung von Experten sorgen zahlreiche Notmassnahmen im Kampf gegen die Folgen der Virus-Pandemie und immer höhere Schuldenberge für eine starke Nachfrage nach dem Edelmetall, das an den Finanzmärkten als sicherer Anlagehafen geschätzt wird.

In Euro gerechnet stieg die Notierung am Dienstagvormittag bis auf 1581,92 Euro und damit so hoch wie noch nie. Nach Einschätzung des Edelmetallhändlers Alexander Zumpfe vom Handelshaus Heraeus profitierte das Edelmetall von seinem Status als sicherer Anlagehafen. „Die Verunsicherung der Investoren ist weiterhin gross“, sagte Zumpfe. Noch seien die Auswirkungen der Corona-Krise für die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft nicht abzuschätzen.

Geldflut führender Notenbanken
Am Markt wird darüber hinaus auf die Geldflut führender Notenbanken im Kampf gegen die Folgen der Virus-Krise verwiesen. Mit einer erneuten Lockerung der Geldpolitik und milliardenschweren Wertpapierkäufen versuchen die US-Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank den Einbruch der Konjunktur abzufedern. Das drückt tendenziell auf die Zinsen etwa von Staatspapieren, wodurch zinslose Geldanlagen wie Gold im Vergleich attraktiver werden.

Der Goldpreis profitiere aber auch „von der schieren Geldmenge, die derzeit von den Zentralbanken in den Markt gepumpt wird“, kommentierte Rohstoffexperte Daniel Briesemann von der Commerzbank. Darüber hinaus wachse die Sorge der Investoren vor der aktuell stark steigenden Verschuldung. Mit immer grösseren Rettungspaketen würden sich „einzelne Länder bis über beide Ohren verschulden“, sagte Briesemann.

„Mit dem Abbau dieser sich auftürmenden Schuldenberge werden wohl Generationen beschäftigt sein“, sagte der Commerzbank-Experte. Da verwundere es nicht, dass „Gold als wertstabile Anlage gefragt ist“.

Goldhändler Zumpfe verwies aber auch auf Risiken für die weitere Entwicklung am Goldmarkt: „Nach dem rasanten Anstieg der vergangenen Tage wird der Goldpreis auch zunehmend anfällig für vorübergehende Korrekturen“, warnte er. (awp/mc/ps)

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