Nikkei rutscht auf tiefsten Stand seit Oktober

Nikkei rutscht auf tiefsten Stand seit Oktober

Tokio – Herber Einbruch an den asiatischen Börsen: Schwache Konjunkturdaten aus den USA haben die Märkte am Dienstag nach unten gezogen. Besonders heftig erwischte es japanische Aktien. Der Nikkei-225-Index sank um 4,18 Prozent auf 14 008,47 Punkte. Das ist der tiefste Stand seit Anfang Oktober. Am Tag zuvor war bereits die amerikanische Wall Street kräftig unter Druck geraten.

Ein schwacher ISM-Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie hatte den Verkaufsdruck befeuert. Marktstratege Ishaq Sidiqi sprach von einem «erschütternden Rückfall» des als zuverlässig geltenden Frühindikators für die wirtschaftliche Aktivität in den USA. Es war der stärkste monatliche Rutsch seit Dezember 1980, der sich dem Experten zufolge kaum alleine auf die Wetterbedingungen zurückführen lasse. Er zeige vielmehr die Anfälligkeit der US-Konjunktur – und komme vor dem wichtigen Arbeitsmarktbericht am Freitag auch noch zu einem äusserst ungünstigen Zeitpunkt.

Dies verstärkt den Drang der Anleger, sich weiter aus risikoreichen Aktienanlagen zurückzuziehen. Wachstumssorgen um China, der Kursrutsch bei Schwellenländer-Währungen sowie die etwas restriktivere Geldpolitik der US-Notenbank sorgten ohnehin bereits für einen allgemeinen Stimmungswandel.

Nikkei mit Minus von 14 % seit Ende 2003
Das macht sich auch in Japan bemerkbar, wo der Markt zudem unter dem starken Yen leidet. Nachdem der Nikkei Ende des vergangenen Jahres noch den höchsten Stand seit sechs Jahren erklommen hatte, ging es nun im Vergleich dazu mehr als 14 Prozent nach unten. Aber auch die anderen wichtigen asiatischen Indizes folgten den US-Börsen nach unten. Am Vorabend hatte zum Beispiel der Dow Jones Industrial den grössten prozentualen Tagesverlust seit Juni vergangenen Jahres hinnehmen müssen und war damit unter dem für Experten wichtigen 200-Tage-Durchschnitt gelandet. Dieser gilt als Trendindikator.

Nun rutschte der Stoxx Asia/Pacific 600 , der die 600 grössten börsennotierten Unternehmen in Australien, Hongkong, Japan, Neuseeland und Singapur enthält, um 3,31 Prozent auf 127,10 Punkte ab. Der Hang Seng in Hongkong meldete sich nach zwei Handelstagen Pause mit einem Rutsch um fast drei Prozent zurück. Die Anleger an den festlandchinesischen Börsen hatten indes noch keine Gelegenheit zu reagieren. Hier wird seit Donnerstag wegen des Neujahrsfestes nicht gehandelt.

Aktien von Toyota und Lenovo verlieren stark
Mit Blick auf Einzelwerte gehörte in Tokio die Aktie des weltweit grössten Autoherstellers Toyota mit einem Minus von mehr als fünf Prozent zu den grössten Verlierern. Das Papier litt unter den Kursgewinnen der heimischen Währung und schwachen Verkaufszahlen in den USA. Lenovo brachen in Hongkong um mehr als 16 Prozent ein, nachdem die Papiere des Computerherstellers nach den jüngsten, milliardenschweren Transaktionen von zahlreichen Analysten abgestuft worden waren. Einem Pressebericht zufolge steht nun die Übernahme von Sonys Vaio-Sparte auf dem Plan der Chinesen. (awp/mc/pg)

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