Ölpreise fallen deutlich – Ölförderstaaten ringen um Einigung

Ölpreise fallen deutlich – Ölförderstaaten ringen um Einigung
Opec-Hauptsitz in Wien.

London / New York – Die Ölpreise sind am Montag merklich gefallen. Die Hoffnung auf ein Ende des Preiskriegs führender Ölstaaten sind gedämpft worden. Ein für diesen Montag geplantes Treffen von Ölförderländern, die sich in der sogenannten „Opec+“ zusammengeschlossen haben, wurde auf Donnerstag verschoben.

Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni 31,94 US-Dollar und damit 2,04 Dollar weniger als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI mit Lieferung im Mai sank um 1,88 Dollar auf 26,47 Dollar.

Allerdings verbreite der Chef des russischen Staatsfonds, Kirill Dmitriev, weiterhin Zuversicht. Er sagte dem US-TV-Sender CNBC, man sei einer Lösung sehr nah. Laut Medienberichten, die sich auf Aussagen zweier damit vertrauter Personen stützen, gibt es auf diplomatischer Ebene Gespräche mit dem Ziel, die festgefahrenen Verhandlungen über Förderkürzungen wichtiger Staaten wieder ins Laufen zu bringen. Hierzu soll auch ein Treffen der G-20 Energie-Minister am Freitag stattfinden. Dies sei Teil von Bemühungen, die USA an der Lösung des Preiskriegs zwischen Saudi-Arabien und Russland zu beteiligen. US-Energieminister Dan Brouillete verwies auf produktive Gespräche mit Saudi-Arabien.

IEA ruft zu konstruktivem Dialog auf
Auch die Internationale Energie Agentur (IEA) rief dazu auf, auf Ebene der G20, zu einem konstruktiven Dialog aller relevanter Ölproduzenten zu gelangen. „Es ist nötig, dass die G20 das Steuer übernimmt, angeführt von dem Land, dass aktuell den Vorsitz inne hat, Saudi-Arabien“, hiess es am Wochenende von IEA-Direktor Fatih Birol.

Zuvor hatten Aussagen von US-Präsident Donald Trump für Belastungen am Ölmarkt gesorgt. Nachdem er zuletzt noch angedeutet hatte, als Vermittler zwischen Saudi-Arabien und Russland auftreten zu können, drohte er am Samstagabend mit Zöllen auf Rohölimporte. Hintergrund ist der drastische Preisverfall am Rohölmarkt. Besonders die US-Fracking-Industrie leidet unter den niedrigen Preisen.

Trotz der anhaltend schwierigen Lage hatten sich die Ölpreise in der vergangenen Woche ein wenig erholt. Aussagen von US-Präsident Trump, die Hoffnung auf eine Einigung der Opec+ und eine Kürzung der weltweiten Fördermengen andeuteten, hatten den Ölpreisen Auftrieb verliehen. Während der Brent-Preis zwischenzeitlich bis an die Marke von 35 Dollar vorrücken konnte, kostete US-Öl vor den jüngsten Verlusten mehr als 29 Dollar.

Marktbeobachter hielten die von Trump genannten freiwilligen Förderkürzungen zuletzt für nicht realistisch. „Wenn überhaupt, geht es um eine koordinierte Senkung seitens der OPEC+ um bis zu 6 Millionen Barrel täglich.“ sagte Eugen Weinberg, Rohstoffexperte der Commerzbank. Allerdings werde eine Senkung in dieser Grössenordnung wenig bringen, angesichts einer Überversorgung von mehr als 20 Millionen Barrel täglich. (awp/mc/ps)

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