Ölpreis weiter im Sinkflug

Öl
(Bild: © Witold Krasowski - Fotolia.com)

(Bild: © Witold Krasowski – Fotolia.com)

New York / London – Ein Anstieg der Bohrungen in den USA hat am Montag weiter auf den Ölpreis gedrückt. Zudem laste das weltweite Überangebot an Rohöl auf den Preisen. Am frühen Nachmittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September nur noch 53,77 US-Dollar. Das waren 87 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 50 Cent auf 47,62 Dollar.

Die weltweiten Ölüberschüsse wachsen kräftig weiter. Sie hätten inzwischen das höchste Niveau seit 1998 erreicht, schreiben Experten des Handelsunternehmens PVM Oil Associates am Montag. Das Angebot übersteige die Nachfrage derzeit um zwei Millionen Barrel pro Tag. Ein Ende dieses Trends scheint nicht in Sicht. Daten des US-amerikanischen Öldienstleisters Baker Hughes zu den aktiven Ölbohrungen in den USA hätten am Montag auf die Ölpreise gedrückt, schreiben Analysten der Commerzbank. Demnach wurden in der letzten Woche 21 neue Ölbohrungen aufgemacht und damit so viele wie zuletzt im April 2014.

Hinzu kamen am Montag gedämpfte Erwartungen auf der Nachfrageseite aufgrund der jüngsten Verluste an den chinesischen Aktienmärkten. Der Kurseinbruch habe die Sorgen vor einer Abschwächung der chinesischen Ölnachfrage verstärkt, so die Experten der Commerzbank. Der Shanghai Composite Index verzeichnete am Montag mit einem Minus von 8,5 Prozent den stärksten Tagesrückgang seit dem Jahr 2007.

Weiteres Abwärtspotential
Nicht zuletzt aufgrund erwartbar steigender Exporte aus dem Iran sehen Analysten noch weiteres Abwärtspotential bei den Ölpreisen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg meldete unterdessen am Montag, dass der erste iranische Öltanker seit 2011 den persischen Golf verlassen habe. Einige Experten gehen davon aus, dass der Iran sein Exportvolumen früher anheben könnte als allgemein erwartet.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist erneut gesunken. Das Opec-Sekretariat meldete am Montag, dass der Korbpreis der Ölsorten des Kartells am Freitag bei 52,08 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) gelegen habe. Das waren 96 Cent weniger als am Vortag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis auf Basis der zwölf wichtigsten Sorten des Kartells. (awp/mc/upd/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.