Ölpreise legen etwas zu

Oil
(Photo by Cameron Venti on Unsplash)

New York / London – Die Ölpreise haben am Dienstag nach anfänglichen erneuten Verlusten zugelegt. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober 101,16 US-Dollar. Das waren 1,13 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur September-Lieferung stieg um 98 Cent auf 94,87 Dollar.

Die Stimmung an den Finanzmärkten bleibt angespannt. Die Investoren blicken nach der demokratischen Inselrepublik Taiwan, wo die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, im Rahmen ihrer Asienreise Station machte. Angesichts der Drohungen aus China vor dem Besuch der Spitzenpolitikerin in Taipeh hat Taiwans Militär seine Kampfbereitschaft erhöht

Die Ölpreise reagierten zunächst mit erneuten Verlusten auf die Verunsicherung. Zuletzt erholten sich die Preise etwas. Ihre deutlichen Kursabschläge vom Vortag machten sie jedoch nicht wieder wett.

Zunehmend in den Blick rückt auch das Treffen des Rohölverbunds Opec+ am Mittwoch. Die Ölfördernationen, unter ihnen Saudi-Arabien und Russland, wollen über ihre Produktion ab September entscheiden. Mit Spannung wird erwartet, wie der Verbund auf Forderungen der USA reagieren wird, die Produktion angesichts hoher Preise auszuweiten. US-Präsident Joe Biden hatte das Anliegen während eines Besuchs in Saudi-Arabien vorgebracht.

«Die OPEC+ produzierte bis zuletzt deutlich weniger als vorgesehen, sodass eine weitere graduelle Anhebung der Produktionsziele sinnvoll erscheint, um diese Lücke zu verringern», schreibt Rohölexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank. Der jüngste Preisrückgang könne OPEC+ allerdings vorsichtiger machen, da dieser auf neuerliche Nachfragesorgen im Zuge enttäuschender Konjunkturdaten aus China zurückzuführen sei. «Auch die Nachricht, dass die Ölproduktion in Libyen erstmals seit fast vier Monaten wieder ihr Normalniveau erreicht hat, könnte gegen eine nochmalige Produktionsausweitung sprechen.» (awp/mc/pg)

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