Ölpreise gesunken

Ölfässer

New York / London – Die Ölpreise haben am Dienstag deutlich nachgegeben. Sie hielten sich aber weiterhin in der Nähe mehrjähriger Höchststände. Am Abend kostete ein Barrel (je 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März 69,19 US-Dollar. Das waren 1,07 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Februar fiel um 50 Cent auf 63,80 Dollar.

Am Montag hatte der US-Ölpreis bei 64,89 Dollar und der Brent-Preis bei 70,37 Dollar noch jeweils den höchsten Stand seit etwa drei Jahren erreicht. Vor allem die jüngste Kursschwäche des US-Dollar sorgte für Auftrieb. Rohöl wird in Dollar gehandelt. Ein schwacher Dollar macht Öl in Ländern ausserhalb des Dollarraums günstiger und sorgt damit tendenziell für eine stärkere Nachfrage.

Spekulationen über vorzeitiges Ende der Förderbegrenzung belasten
Zuletzt hätten aber Spekulationen über ein vorzeitiges Ende der Förderbegrenzung wichtiger Ölstaaten belastet, hiess es von Marktbeobachtern. Zwischen dem Ölkartell Opec und Russland ist eine Debatte über ein vorzeitiges Ende der eigentlich bis Ende 2018 vereinbarten Fördergrenze entbrannt. Während sich die Opec-Länder Irak und die Vereinigten Arabischen Emirate für eine Einhaltung der Vereinbarung aussprechen, scheint Russland mit der Möglichkeit eines vorzeitigen schrittweisen Ausstiegs zu liebäugeln.

Hinweise, dass Russland aus der Allianz der Förderstaaten ausscheren könnte, lieferten jüngste Äusserungen ranghoher Regierungs- und Unternehmensvertreter. Rohstoffexperten einiger grosser amerikanischer Banken halten einen vorzeitigen Ausstieg aus der Vereinbarung mittlerweile für denkbar.

Trotz der aktuellen Verluste spricht die Anlegerstimmung am Ölmarkt dennoch für weiter steigende Erdölpreise. Viele Investoren haben sich mit Terminkontrakten entsprechend positioniert, wie aus jüngsten Daten der Aufsichtsbehörde CFTC hervorgeht. (awp/mc/ps)

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