Ölpreise mit deutlichen Schwankungen – Lage im Nahen Osten im Fokus
New York / London – Beim Handel mit Rohöl hat es zu Beginn der Woche deutliche Preisschwankungen gegeben. Nachdem die Notierung für die weltweite Referenzsorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im September in der Nacht zeitweise bis auf 91,42 US-Dollar je Barrel (159 Liter) gestiegen war, sorgte die Hoffnung auf eine Entspannung der geopolitischen Lage im Nahen Osten zunächst für eine Gegenbewegung und einen Preisrutsch bis auf 86,12 Dollar. Zuletzt drehte der Preis aber wieder. Ein Barrel wurde bei 88,57 Dollar gehandelt.
Die Lage im Nahen Osten bleibt ein bestimmender Faktor für die Entwicklung der Ölpreise. Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran war Anfang Juli im Streit um die Kontrolle der Strasse von Hormus wieder eskaliert. Experten warnen vor einer weiteren Zuspitzung. Die zunehmenden Angriffe «deuten allesamt darauf hin, dass sich der Konflikt sowohl in seinem Ausmass als auch in seiner Dauer ausweiten könnte,» erklärte Saul Kavonic, Energieanalyst bei MST Marquee. Angriffe auf die Ölinfrastruktur in der Region könnten die Ölpreise demnach auch weiter hochtreiben.
Zuletzt hatten die Huthi-Rebellen im Jemen, die vom Iran unterstützt werden, dem benachbarten Saudi-Arabien mit Angriffen auf den Ölhandel über den Seeweg gedroht. Die Meldung sorgte für Auftrieb bei den Ölpreisen. Die Drohung sei eine Reaktion auf das jüngste militärische Vorgehen Saudi-Arabien im Jemen, heisst es von den Huthis.
Zuvor waren die Ölpreise mit der Hoffnung auf eine Entspannung der Lage zeitweise unter Verkaufsdruck geraten. Der Iran hat nach einer erneuten militärischen Eskalation eigenen Angaben zufolge Vorschläge für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen erhalten. Demnach kommen die Vorschläge von den USA, wie der Aussenamtssprecher Ismail Baghai laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna bestätigt hat. Der Iran werde sich jedoch weiter entschlossen verteidigen, sagte er. (awp/mc/ps)