Weiter Talfahrt am Ölmarkt – Brent-Preis auf Vierjahrestief

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(Bild: Edelweiss - Fotolia.com)

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New York / London – Die Ölpreise sind am Donnerstag wegen der Sorgen um ein zu hohes Angebot weiter abgerutscht. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November kostete am späten Nachmittag 83,35 US-Dollar. Das waren 43 Cent weniger als am Mittwoch. Zeitweise erreichte der Brent-Preis bei 82,60 Dollar den tiefsten Stand seit November 2010.

Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI sank um 51 Cent auf 81,27 Dollar. Durch die Fracking-Methode wird in den Vereinigten Staaten immer mehr Rohöl zu Tage gefördert. Nach Angaben der US-Energiebehörde EIA beläuft sich die Fördermenge derzeit auf 8,95 Millionen Barrel pro Tag. Dies sei das höchste Volumen seit Juni 1985.

US-Rohölbestände steigen über Erwarten
Neue Daten zu den Lagerbeständen an Rohöl in den USA konnten die Preise am Nachmittag nur vergleichsweise wenig bewegen. In der grössten Volkswirtschaft der Welt waren die Bestände an Rohöl in der vergangenen Woche überraschend stark gestiegen. Verglichen mit einer Woche zuvor erhöhten sie sich laut US-Energieministerium um 8,9 Millionen Barrel auf 370,6 Millionen Barrel. Die Benzinbestände fielen hingegen um 4,0 Millionen auf 205,7 Millionen Barrel. Die Vorräte an Destillaten (Heizöl, Diesel) sanken um 1,5 Millionen auf 124,6 Millionen Barrel.

Die Ölmärkte sorgen sich nach wie vor um ein hohes Angebot, da das Ölkartell Opec auf den Preisverfall von über 20 Prozent seit Juni bisher nicht mit Produktionskürzungen reagiert hat. Beobachter gehen davon aus, dass vor allem der grösste Ölproduzent Saudi-Arabien darauf wartet, dass Produzenten mit höheren Kosten zuerst die Produktion drosseln. Dies gilt vor allem für die USA mit ihrer Schieferölproduktion.

Auch Opec-Preis auf Vierjahrestief
Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) fiel zuletzt stark zurück. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Donnerstag kostete ein Barrel (159 Liter) am Mittwoch im Durchschnitt 81,89 Dollar. Das ist der tiefste Stand seit Ende 2010. Im Vergleich zu Dienstag betrug der Verlust 3,25 Dollar. Die Opec berechnet ihren Korbpreis auf Basis der zwölf wichtigsten Sorten des Kartells. (awp/mc/upd/ps)

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