Ölpreise steigen deutlich
New York / London – Die Ölpreise sind am Donnerstag kräftig gestiegen. Nachdem die Notierungen im frühen Handel noch gesunken waren, drehten sie rasch in die Gewinnzone. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im Dezember wurde zuletzt bei 100,54 US-Dollar gehandelt, nachdem der Preis am Morgen noch zeitweise bis auf 96,55 Dollar gefallen war.
An den Märkten ist zum Monatswechsel nun der Dezember-Future relevant, der November-Terminkontrakt notierte gestern Abend deutlich höher als der aktuelle Kontrakt.
Die starken Preisschwankungen werden am Ölmarkt damit erklärt, dass die Anleger zwischen einem wieder gestiegenen Liefervolumen an Rohöl aus der Krisenregion am Persischen Golf und der Möglichkeit einer weiteren Eskalation im Iran-Krieg abwägen müssen. Im September waren die Ölpreise tendenziell gestiegen, da die USA und der Iran bei den Bemühungen um ein dauerhaftes Friedensabkommen mit einer vollständigen Wiederöffnung der Strasse von Hormus keine Fortschritte erzielt haben.
Die Ermittlung der Mengen an Rohöl, die tatsächlich aus den Fördergebieten am Persischen Golf geliefert werden, gestaltet sich schwierig. Zuletzt gab es mehrfach Angriffe auf Handelsschiffe in der Strasse von Hormus. Die US-Investmentbank Goldman Sachs schätzt, dass in der vergangenen Woche täglich rund 23 Millionen Barrel Öl den Nahen Osten verliessen – sowohl über die Strasse von Hormus als auch über andere Exportwege wie das Rote Meer. Dieser Wert entspreche dem Durchschnitt des Vorjahres. (awp/mc/ps)