Ölpreise legen deutlich zu

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(Adobe Stock)

New York – Die Ölpreise haben am Dienstag nach Vortagsverlusten deutlich zugelegt. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 105,03 US-Dollar. Das waren 6,60 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 6,64 Dollar auf 100,93 Dollar.

Auftrieb erhielten die Ölpreise durch Lockerungen der ansonsten scharfen Corona-Massnahmen in der chinesischen Finanzmetropole Shanghai. Seit Tagen gehen die dortigen Behörden gegen einen Corona-Ausbruch mit rigorosen Ausgangssperren vor. Das lastet auf der wirtschaftlichen Aktivität Chinas und damit auf der Erdölnachfrage. Die Volksrepublik ist eines der grössten Ölnachfrageländer der Welt. An den vergangenen Tagen waren die Ölpreise noch merklich gesunken.

Die vom Ölkartell Opec gesenkte Nachfrageprognose für Rohöl belastete die Preise in diesem Umfeld nicht. Die globale Nachfrage nach Öl werde in diesem Jahr vor allem wegen des Kriegs in der Ukraine deutlich geringer ausfallen als erwartet, hiess es von der Vereinigung. In ihrem jüngsten Marktbericht senkte die Opec ihre Prognose für den durchschnittlichen Tagesbedarf für 2022 um 400 000 Barrel auf 100,5 Millionen Barrel (1 Barrel 159 Liter). Neben den geopolitischen Entwicklungen werde die Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus den Bedarf nach Öl in China und anderen Ländern bremsen.

Die EU-Aussenminister hatten sich am Montag nicht zu einem Embargo russischen Rohöls durchringen können. Ein Embargo ist aber laut dem EU-Aussenbeauftragten Josep Borrel aber nicht vom Tisch. Laut Barbara Lambrecht, Rohölexpertin bei der Commerzbank, ist der Markt derzeit besser versorgt als befürchtet. So würde Russland immer mehr Rohöl verschiffen. «Während die Lieferungen nach Nord-Westeuropa abnehmen, steigen diese nach Asien deutlich an», so Lambrecht. (awp/mc/pg)

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