Ölpreise ziehen wieder deutlich an – USA lehnen Iran-Angebot ab
New York / London – Die Ölpreise haben zum Wochenauftakt wieder kräftig zugelegt. Am Montagmorgen stieg der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im November um gut 3 Prozent auf 107,51 US-Dollar. Vertreter der Kriegsparteien USA und Iran waren vor ein paar Tagen am Rande der UN-Generalversammlung in New York erstmals seit Monaten wieder zu Verhandlungen zusammengekommen. Kurz darauf wurde ein neuer iranischer Vorschlag zur Wiedereröffnung der Strasse von Hormus bekannt, den US-Präsident Donald Trump allerdings am Samstag ablehnte.
Trump rechnet nach eigenen Angaben mit weiteren Verhandlungen mit dem Iran. «Sie wollen ein Abkommen schließen, aber es ist nicht das Abkommen, das ich schliessen möchte», zitierte ihn das Nachrichtenportal «Axios» aus einem Telefongespräch. Es sei das, worauf man sich vielleicht vor einem Jahr geeinigt hätte. Der Iran habe den Bogen überspannt, sagte Trump demnach mit Blick auf den jüngsten Vorschlag des Irans, den der US-Präsident bereits zuvor abgelehnt hatte.
Nach Angaben von «Axios» erwartet Trump die neuen Gespräche für kommende Woche. Zwei regionale Quellen bestätigten dem US-Medium diese Pläne demnach. Sie rechneten bereits ab Montag mit einer weiteren Runde indirekter Gespräche zwischen den USA und dem Iran, berichtete «Axios».
In der vergangenen Woche hatten die Ölpreise angesichts widersprüchlicher Signale zu den Verhandlungen stark geschwankt. Der Brent-Preis ist seit Jahresbeginn um rund 75 Prozent gestiegen. Der Krieg zwischen den USA und dem Iran geht inzwischen in seinen achten Monat und verstärkt den Inflationsdruck. (awp/mc/ps)