Öl: EU rechnet mit Durchschnittspreis von knapp 102 Dollar

Olli Rehn

EU-Währungskommissar Olli Rehn.

Brüssel – Die Konjunkturexperten um EU-Währungskommissar Olli Rehn haben ihre Ölpreis-Prognose für das laufende Jahr deutlich angehoben. Im Schnitt werde nun mit einem Barrel-Preis von 101,6 Dollar gerechnet, heisst es in ihrem am Dienstag veröffentlichten Konjunkturausblick.

Im Herbst hatte die Prognose für ein 159-Liter-Fass der Nordseesorte Brent noch um 12,7 Dollar niedriger gelegen. Als Hauptgrund für die nach oben revidierte Vorhersage nannte die EU nicht die Unruhen in Förderländern wie Libyen, sondern die starke Nachfrage. Die Wachstumprognosen für die Weltwirtschaft seien nach oben gesetzt worden, kommentieren die Experten.

„Wir sind keinen Hellseher“
Grössere Sorgen bereite die Entwicklung bislang nicht. „Mit diesen Preisen ist der Einfluss auf das Wachstum in Europa relativ begrenzt“, sagte Rehn. Ein Anstieg der Preise um zehn Prozent würde das Wachstum um 0,1 Prozentpunkte drücken. Unsicherheitsfaktor sei aber die weitere Entwicklung der Unruhen in den wichtigen Förderregionen in Nordafrika und im Mittleren Osten. „Wir sind keine Hellseher“, sagte Rehn zu möglichen Folgen. Sollte sich die aktuelle Vorhersage der EU-Kommission bewahrheiten, würde der Durchschnitts-Ölpreis 2011 um mehr als 25 Prozent höher liegen als im Vorjahr. Derzeit wird er allerdings noch höher notiert. Am Dienstag wurde ein Barrel im frühen Handel mit 112,39 Dollar gehandelt. Hauptthema am Markt waren nach wie vor Versorgungs-Ängste wegen der Unruhen in der arabischen Welt. (awp/mc/ps)

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