Nordsee-Öl notiert erstmals seit 2009 unter 40 Dollar

Ölfässer

New York – Die Ölpreise haben ihre Talfahrt der vergangenen Handelstage am Dienstag fortgesetzt und langjährige Tiefststände erreicht. Am Nachmittag fiel der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Januar erstmals seit Februar 2009 wieder unter 40 US-Dollar. Der Preis für Brent-Öl erreichte bei 39,81 Dollar ein Niveau, das zuletzt im Zuge der jüngsten Weltwirtschaftskrise erreicht worden war.

Der US-Ölpreis erreichte am Nachmittag bei 36,64 Dollar ebenfalls den tiefsten Stand seit Februar 2009. Im späten Nachmittagshandel konnten die Ölpreise immerhin etwas Boden gut machen. Ein Fass Brent-Öl wurde zuletzt mit 40,43 Dollar, ein Barrel US-Öl mit 37,48 Dollar gehandelt. Beide Ölpreise standen damit etwa auf dem Stand vom Vorabend.

Die Ölpreise sind seit Freitag mehr oder weniger stark auf Talfahrt, nachdem die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ihre Förderpolitik vorerst nicht verändert hatte. Das Ölkartell hatte sich abermals nicht auf eine Kürzung oder Deckelung der Produktion einigen können, obwohl dies von einigen Mitgliedsländern gefordert worden war. «Eine mögliche Produktionskürzung war die letzte Hoffnung der Anleger auf Kursanstiege beim Öl», sagte Aneek Haq, Analyst bei der französischen Bank BNP Paribas.

Nach Einschätzung von Rohstoffexperten der Commerzbank verfolgt die Opec wie bereits in den Monaten zuvor die Strategie, Förderländer ausserhalb des Kartells mit niedrigen Ölpreisen aus dem Geschäft zu drängen. «Der Ölpreisrückgang dürfte die Aufgabe der OPEC, nämlich eine Bremsung der Nicht-OPEC-Ölproduktion, erleichtern», hiess es in einer Analyse der Commerzbank. Dabei gehe es vor allem darum, Ölproduzenten zum Beispiel in den USA «kurzfristig in die Knie zu zwingen». (awp/mc/pg)

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