CH-Schluss: Schwergewichte verhelfen SMI zu Gewinn

Boerse
(Adobe Stock)

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag nach einem bewegten Verlauf etwas fester geschlossen. Vor allem die Kursgewinne der drei Marktschwergewichte verhalfen dem Leitindex SMI zu einer positiven Tendenz. Andere Börsen in Europa neigten dagegen zur Schwäche. Die Straffung der Geldpolitik, schlechtere Wachstumsaussichten und die geopolitischen Risiken verunsicherten die Anleger und dämpften ihren Risikoappetit, hiess es am Markt.

Die jüngsten Konjunkturdaten aus China seien enttäuschend, sagten Händler. Die Wirtschaft im Reich der Mitte leidet weiterhin unter der rigorosen Corona-Politik. Negative Daten aus den USA trübten die Stimmung noch zusätzlich ein. Konkret ist die Stimmung in den Industrieunternehmen im US-Bundesstaat New York im Mai deutlich stärker als von Analysten erwartet eingebrochen und signalisiert einen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität in der Industrie. Der Empire-State-Index fiel zum Vormonat um 36,2 Punkte auf minus 11,6 Punkte. Kursweisende Impulse erhoffen sich die Anleger nun vom Treffen der G7-Finanzminister am Mittwoch sowie von den Reden mehrerer FED-Sprecher.

Der SMI schloss nach einem Tagestief bei 11’585 Punkten um 0,19 Prozent höher auf 11’672,23 Zählern. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind und in dem die Gewichtung der einzelnen Titel gekappt ist, sank dagegen um 0,24 Prozent auf 1809,19 Zähler. Derweil legte der breite SPI um 0,13 Prozent auf 15’001,59 Zähler zu. 22 Titel im SLI schlossen tiefer und acht höher.

Angeführt wurden die Gewinner von Novartis (+1,4%). Die beiden anderen Marktschwergewichte Roche (+1,0%) und Nestlé (+0,6%) waren ebenfalls fester und trugen so zum Gewinn des SMI bei. Dabei dürften laut Händlern Schnäppchenjäger und Investoren auf der Suche nach einer sicheren Anlage zum Kursgewinn beigetragen haben.

Zu den grössten Gewinnern unter den Blue Chips zählten zudem die Aktien von Adecco (+1,3%). Die Aktie des Personalvermittlers setzte damit den Erholungstrend vom Freitag fort.

Mit den Aktien von Givaudan (+0,3%) war ein weiterer defensiver Titel gefragt. Sonova (+0,8%) zogen ebenfalls an. Der Hörsystem-Spezialist wird am Dienstag den Jahresabschluss 2021/22 veröffentlichen.

Zu den Gewinnern zählte auch der Titel des Luxusgüterherstellers Richemont (+0,2%). Dagegen zählten die Papiere von Rivale Swatch (-2,6% auf 242,50 Fr.) zu den grösseren Verlierern bei den Standardwerten, nachdem Morgan Stanley das Kursziel auf 254 von 280 Franken gesenkt und die Empfehlung «Underweight» bestätigt hatte.

Die Aktien von Credit Suisse (+0,2%) schlossen gegen den allgemein etwas schwächeren Trend der Finanzwerte ebenfalls etwas höher. Die Grossbank rückte mit verschiedenen Medienberichten in den Fokus. So könnten ihr bei der Abwicklung der «Greensill-Fonds» bald weitere Barmittel für die Investoren zufliessen. Zudem könnte es einem weiteren Medienbericht zufolge noch in diesem Jahr zu einem Chefwechsel kommen. Die Bank kommentierte die Gerüchte nicht.

Die meisten anderen Finanzwerte, darunter Julius Bär (-0,2%), Swiss Life (-0,7%), UBS (-1,2%) und Zurich (-0,8%), gaben dagegen nach.

Unter Druck standen Technologiewerte wie Temenos, AMS Osram, Logitech und VAT, die zwischen 3,1 und 2,1 Prozent verloren.

Holcim schlossen nach einem zunächst festeren Start um -0,9 Prozent in der Verlustzone. Der Baustoffkonzern will sein Indien-Geschäft verkaufen. Analysten begrüssen den Schritt aus strategischer Sicht.

In den hinteren Reihen waren Medmix (-18%) unter den grössten Verlierern zu finden. Für den ehemaligen Medmix-Mutterkonzern Sulzer ging es um 4,0 Prozent abwärts. (awp/mc/pg)

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