Euro unter 1,41 $ – SNB-Intervention

Frankfurt am Main – Der Euro hat am Dienstag mit heftigen Kursbewegungen auf eine massive Intervention der Schweizerischen Nationalbank (SNB) reagiert und ist zeitweise bis knapp über die Marke von 1,40 Dollar zurückgefallen. Nach der überraschenden Ankündigung der SNB, einen Wechselkurs von unter 1,20 Franken je Euro künftig nicht mehr zu tolerieren, sprang die Gemeinschaftswährung in einer ersten Reaktion auf ein Tageshoch bei 1,4275 Dollar.

Im weiteren Handelsverlauf musste die Gemeinschaftswährung die Kursgewinne aber wieder abgeben und stand im Nachmittagshandel bei 1,4047 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,4099 (Montag: 1,4126) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7093 (0,7079) Euro.

«Völlig neue Qualität»
Die Intervention der SNB bewertete der Devisenexperte Lutz Karpowitz von der Commerzbank als eine «völlig neue Qualität». Die Notenbank stemmt sich mit aller Macht gegen den historisch starken Franken. Die SNB ist bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen. Praktisch bedeutet das: Die Zentralbank würde immer, wenn der Wechselkurs die Zielmarke überschreitet, Euro kaufen – und dafür Franken auf den Markt werfen.

Analysten der UniCredit sprachen gar von einer «ultimativen Waffe» aus der Schweiz, die derzeit an den Devisenmärkten zum Einsatz kommt. Der Kurs des Euro zum Schweizer Franken sprang in einer ersten Reaktion um mehr als acht Rappen bis auf 1,2158 Franken und lag damit über dem von der Notenbank angepeilten Mindestkurs von 1,20 Franken.

Starke Unsicherheit der Anleger
Nach der Intervention der Schweizer habe der weitere Handelsverlauf aber gezeigt, dass die starke Unsicherheit der Anleger den Euro nach wie vor unter Verkaufsdruck halte, hiess es von Händlern. Vor allem das mit Spannung erwartete Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Euro-Rettungsschirm am Mittwoch habe die Gemeinschaftswährung im weiteren Handelsverlauf belastet. Beobachter rechnen nicht damit, dass die Richter die Griechenland-Hilfe und den Euro-Rettungsschirm grundsätzlich in Frage stellen. Allerdings könnten sie enge Vorgaben für künftige Hilfen in der Schuldenkrise machen.

Zum Schweizer Franken stieg der Euro kurz nach der SNB-Ankündigung auf fast 1,22 Franken, sank dann auf ca. 1,2035 ab, wo er sich seither bewegt. (awp/mc/pg)

EZB

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