US-Schluss: Schwach – Schärferer Ton in Ukraine-Krise

US-Schluss: Schwach – Schärferer Ton in Ukraine-Krise

New York – Der schärfer gewordene Ton in der Russland-Ukraine-Krise sowie teilweise enttäuschende Quartalsbilanzen haben am Freitag die Anleger am US-Aktienmarkt verschreckt. Der Dow Jones Industrial gab um 0,85 Prozent auf 16 361,46 Punkte nach und verzeichnet damit auf Wochensicht ein Minus von 0,3 Prozent. Der S&P 500 sank am Freitag um 0,81 Prozent auf 1863,40 Punkte und der Technologieindex Nasqaq 100 büsste 1,61 Prozent auf 3533,10 Punkte ein. Vor allem der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine mache die Investoren nervös, da die Spannungen zunähmen, sagte ein Händler. Vor dem Wochenende seien daher viele lieber raus aus dem Markt gegangen.

Die US-Konjunkturdaten waren gemischt ausgefallen und gaben kaum Impulse: Die Stimmung unter den Einkaufsmanagern im Bereich Dienstleistungen hatte sich im April überraschend eingetrübt, wie das Marktforschungsinstitut Markit berichtete. Das Verbrauchervertrauen hatte sich dagegen laut der endgültigen Schätzung der Universität Michigan im April überraschend kräftig aufgehellt.

Unter den Grosskonzernen, die Zahlen vorgelegt hatten, standen besonders die Papiere von Microsoft und Amazon im Blick. Microsoft konnten im Dow ein kleines Plus von 0,13 Prozent in das Wochenende retten, hatten allerdings zeitweise mit mehr als einem Prozent an der Spitze im Leitindex gestanden. In seinem ersten Quartal an der Spitze des Softwarekonzerns hatte sich der neue Konzernchef Satya Nadella zwar mit einem geschrumpften Gewinn zufriedengeben müssen, die Erfolge im Cloud-Geschäft retteten aber die Quartalsbilanz. Insgesamt übertraf der Software-Konzern mit seinen Zahlen zum dritten Geschäftsquartal die Erwartungen der Analysten.

Favorit waren zum Handelsschluss jedoch die Papiere von McDonald’s, die um 0,89 Prozent zulegten. Sie profitierten vom Geschäftsbericht des Konkurrenten Burger King , dessen Gewinn im abgelaufenen Quartal nach dem angestossenen Wandel bei der Fastfood-Kette im Jahresvergleich um fast 70 Prozent gestiegen war. Die Titel von Burger King gewannen mehr als zwei Prozent.

Die Aktien von Visa hielten im Dow hingegen die rote Laterne mit minus 5,00 Prozent. Beim Kreditkartenkonzern wachsen die Sorgen wegen des sich zuspitzenden Konflikts in Russland und der Ukraine. Visa rechnet im laufenden Geschäftsjahr aufgrund der eingeleiteten Sanktionen mit sinkenden grenzüberschreitenden Umsätzen. Im zweiten Geschäftsquartal hatte der Konzern die Sanktionen aber noch wenig gespürt.

Im Nasdaq-Auswahlindex brachen die Anteilscheine von Amazon als schwächster Wert um knapp zehn Prozent ein. Der weltgrösste Online-Händler hatte seinen Umsatz zuletzt zwar kräftig gesteigert, schrieb aber weiter schmale Gewinne. Hohe Investitionen hatten belastet. Sehr schwach zeigten sich auch die Ford-Aktien nach einem Gewinneinbruch im abgelaufenen Quartal. Sie büssten im S&P-100-Index mehr als drei Prozent ein. (awp/mc/upd/ps)

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