US-Schluss: Zolldrohungen gegen EU sorgen für Ernüchterung

Boerse

New York – Die Wall Street hat am Dienstag nur mit Mühe an ihre Vortagesgewinne angeknüpft. Die wichtigsten Aktienindizes schlossen nach einem durchwachsenen Handelsverlauf lediglich moderat höher, nachdem US-Präsident Donald Trump Sonderzölle auf etliche europäische Produkte angedroht hatte. Am Montag hatte noch die Freude über die Annäherung im amerikanisch-chinesischen Handelsstreit die Kurse angetrieben.

Der US-Leitindex Dow Jones Industrial legte um 0,26 Prozent auf 26 786,68 Punkte zu. Der marktbreite S&P 500 rückte um 0,29 Prozent auf 2973,01 Punkte vor. Der Nasdaq 100 als Auswahlindex der Technologiewerte schloss 0,41 Prozent höher bei 7799,82 Punkten.

Nach dem Burgfrieden mit China nimmt US-Präsident Donald Trump nun wieder Europa ins Visier. Er droht der Europäischen Union (EU) wegen verbotener Flugzeugsubventionen mit weiteren milliardenschweren Sonderzöllen. Für etliche europäische Exporte – von Lebensmitteln wie Oliven, Fleisch und Käse über Whisky bis hin zu Gusseisenrohren – könnten die Einfuhrschranken erhöht werden.

Insgesamt hielten sich die Anleger mit Engagements zurück, da am Donnerstag wegen des Unabhängigkeitstages die Märkte geschlossen bleiben. Schon am Mittwoch findet deshalb nur ein verkürzter Handel statt.

Im Dow waren Aktien von Ölkonzernen nicht gut gelitten. So büssten Chevron am Index-Ende gut 1,5 Prozent ein und die Anteilscheine von ExxonMobil verloren mehr als 1 Prozent. Börsianer verwiesen auf die zuletzt wieder deutlich gefallenen Ölpreise. Ein Handelskonflikt zwischen der EU und den USA würde das Weltwirtschaftswachstum belasten und so die Nachfrage nach Rohöl dämpfen.

Unter den weiteren Einzelwerten fielen die Aktien von Tesla um mehr als 1 Prozent. Einem Medienbericht zufolge verlässt der Europachef den Elektroautobauer. Im nachbörslichen Handel aber zogen die Papiere um fast 2 Prozent an, nachdem die Auslieferungen im zweiten Quartal positiv überrascht hatten.

Im Mobilfunkbereich hoffen die Anleger weiter auf Fortschritte bei der angepeilten Übernahme von Sprint durch T-Mobile US . Auftrieb gab die Aussage des am Aktienmarkt stark beachteten CNBC-Journalisten David Faber, wonach sich T-Mobile US und der Satelliten-TV- und Internet-Anbieter Dish auf einen Deal geeinigt haben, um den Bedenken des US-Justizministeriums gegen die Übernahme zu begegnen. Die beiden Firmen hofften, dass schon nächste Woche eine Vereinbarung erzielt werden könne, hiess es.

Dish steht bereits kurz davor, Geschäftsteile von Sprint zu übernehmen, um den Wettbewerb in der Branche zu beleben. Der Deal gilt als Voraussetzung für die geplante Übernahme von Sprint durch T-Mobile US.

Die Aktien aller drei beteiligten Unternehmen waren zwischenzeitlich teils deutlich angesprungen, bevor sie wieder etwas zurückkamen. Sprint zogen am Ende noch um knapp 4,6 Prozent an und Dish stiegen um fast 1 Prozent. Die Papiere von T-Mobile US gewannen knapp 2 Prozent.

Der Eurokurs zeigte sich wenig bewegt: Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,1285 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1301 (Montag: 1,1349) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8849 (0,8811) Euro. Angesichts des Streits um Zölle gegen die Europäische Union stiegen richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen um 14/32 Punkte auf 103 18/32 Punkte. Sie rentierten mit 1,974 Prozent. (awp/mc/pg)

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