US-Schluss: Deutlich erholt dank Fed-Spekulation

US-Schluss: Deutlich erholt dank Fed-Spekulation

New York – Die Wall Street hat am Freitag mit deutlichen Gewinnen ihre jüngste Talfahrt zunächst beendet. Neben neuen Spekulationen um ein Eingreifen der US-Notenbank Fed angesichts der Konjunktursorgen stützten abermals gute heimische Wirtschaftsdaten.

Der Dow Jones Industrial baute seine Anfangsgewinne aus und schloss 1,63 Prozent höher bei 16’380,41 Punkten. Am Donnerstag hatte der Leitindex den sechsten Tag in Folge mit Verlusten abgeschlossen, sein Minus bis zum Handelsende aber deutlich verringert. Auf Wochensicht schrumpften die Verluste vor allem dank der heutigen Erholung auf knapp ein Prozent zusammen. Der marktbreite S&P-500-Index legte am Freitag um 1,29 Prozent auf 1886,76 Punkte zu und der technologielastige Nasdaq-100-Index gewann 1,33 Prozent auf 3815,47 Punkte.

Die Märkte hängen nach Ansicht von Experten wieder am Tropf der Notenbanken. Am Vortag hatte Fed-Mitglied James Bullard den US-Aktienmärkten mit seinen Aussagen auf die Sprünge geholfen, das Anleihekaufprogramm der Fed müsse nicht zwingend im Oktober enden. Interessant ist das vor allem, weil Bullard bislang als Verfechter einer härteren Linie galt. Nun stünden wieder Fed-Massnahmen zur Debatte, einem Überschwappen der Konjunkturschwäche aus der Eurozone vorzubeugen, sagten Händler. Eine Rede von Fed-Chefin Janet Yellen brachte keine Bewegung in den Markt.

Neben den Aussagen aus Kreisen der Fed sorgten die abermals guten jüngsten Daten für etwas Entspannung. Wie das von der Universität Michigan erhobene Konsumklima zeigte, hatte sich das Verbrauchervertrauen in den USA im Oktober überraschend weiter aufgehellt. Der Indikator erreichte zudem den höchsten Wert seit sieben Jahren. Dazu war die Zahl der Wohnungsbaubeginne im September stärker als erwartet gestiegen. Dass der Anstieg bei den Baugenehmigungen dagegen hinter den Erwartungen zurückgeblieben war, fiel wenig ins Gewicht.

Auch die Unternehmenszahlen wurden am Freitag mehrheitlich freundlich aufgenommen. Die Aktien von General Electric sprangen als einer der grössten Gewinner im Dow um 2,35 Prozent hoch. Das lag nicht nur an der besseren Stimmung, sondern auch an den Zahlen des Siemens-Rivalen zum dritten Quartal. Ein gut laufendes Industriegeschäft hatte den Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft um drei Prozent steigen lassen, was besser war als von Analysten erwartet. Dass das einprozentige Umsatzplus etwas unter den Prognosen lag, störte die Anleger nicht weiter. Insbesondere Turbinen zur Stromerzeugung, Anlagen zur Öl- und Gasförderung sowie Flugzeug-Triebwerke hatten sich gut verkauft.

Honeywell International schnitt beim Gewinn ebenfalls besser als erwartet ab. Zudem hob der Mischkonzern das untere Ende der Zielspanne für den Jahresgewinn an. Dies honorierten die Aktien mit plus 4,25 Prozent. Bei Morgan Stanley sorgten die Resultate für Kursgewinne von 2,12 Prozent. Ein verbessertes Geschäft in der Vermögensverwaltung und im Handel mit Wertpapieren hatten der Investmentbank die Kassen gefüllt. Im dritten Quartal hatte der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 83 Prozent angezogen, was positiv überraschte.

Im Technologiesektor konnten sich die Anteilseigner von AMD trotz schwacher Zahlen über einen Kursanstieg von 3,03 Prozent freuen. Der Chipspezialist verfehlte die Markterwartungen und baut weitere Stellen ab. Weniger erfreut waren die Aktionäre von Google – die Papiere des Internetkonzerns verloren 2,54 Prozent. Das Geschäft wächst bei dem Suchmaschinenspezialisten etwas langsamer. Der Quartalsgewinn hatte unter dem Vorjahreswert gelegen. Analysten hatten hingegen mit einem steigenden Profit gerechnet.

Noch deutlicher gegen den freundlichen Markttrend brachen die Papiere von Urban Outfitters um 14,29 Prozent ein. Am Vorabend hatte die Modekette mit der Aussage geschockt, der Umsatzschwund habe im dritten Quartal angehalten und könne auch auf den Gewinn durchschlagen. Analysten werteten das als schlechtes Zeichen womöglich für das gesamte restliche Jahr.

Derweil schadete der anhaltende Widerstand von Chiquita Brands International gegen eine Übernahme den Aktien. Sie verbilligten sich um 1,84 Prozent auf 13,36 US-Dollar, nachdem der Bananenkonzern die neue Offerte des Orangensafthersteller Cutrale von 14 Dollar je Aktie abgelehnt hatte. Chiquita zielt damit weiter auf einen Zusammenschluss mit dem irischen Konkurrenten Fyffes. (awp/mc/upd/ps)

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