US-Schluss: Dow legt zu – Jobmarkt keine Stolperfalle

Boerse

New York – Die jüngste Rally an der Wall Street ist am Freitag nach mauen Arbeitsmarktdaten mit etwas weniger Tempo weiter gegangen. Auch wenn die US-Wirtschaft im August weniger Arbeitsplätze geschaffen hat als erwartet, konnte der Dow Jones Industrial sein Wochenplus auf 1,5 Prozent steigern. Er beendete den letzten Handelstag der Woche 0,26 Prozent höher bei 26 797,46 Punkten.

Ausserhalb der Landwirtschaft waren in den USA im August 130 000 Stellen entstanden, während Experten im Schnitt mit 160 000 gerechnet hatten. Allerdings stiegen die Löhne etwas mehr als gedacht, was für die Notenbank Fed von besonderer Bedeutung ist. Insofern hiess es, der Bericht liefere sowohl Befürwortern als auch Gegnern einer gelockerten Geldpolitik neue Argumente. Etwas später äusserte sich Fed-Präsident Jerome Powell weiterhin zuversichtlich für die wirtschaftliche Entwicklung.

Der marktbreite S&P 500 legte am Freitag knapp um 0,09 Prozent auf 2978,71 Punkte zu, während es der technologielastige Nasdaq 100 mit 7852,54 Zählern am Ende nicht in die Gewinnzone schaffte. Er gab leicht um 0,13 Prozent nach.

In einem weiteren Anstieg nach dem Ausbruch aus einer wochenlangen Zick-Zack-Phase sehen Charttechnik-Experten an den US-Börsen ein „Signal der Stärke“ mit der theoretischen Chance auf neue Rekorde, beim Dow fehlen dazu nur etwas mehr als 2 Prozent. „Aus markttechnischer Sicht ist der Weg nach oben frei“, schrieben die Experten von Index-Radar. Ihrer Ansicht nach dürfte aber das Tempo vorerst begrenzt bleiben.

Unter den Einzelwerten standen die Aktien von Facebook mit einem Abschlag von 1,8 Prozent im Mittelpunkt. Eine Allianz von US-Bundesstaaten hat wegen kartellrechtlicher Bedenken eine Untersuchung gegen den Online-Riesen eingeleitet. Es solle geprüft werden, ob das Unternehmen den Wettbewerb behindert und Nutzer gefährdet hat, teilte New Yorks Generalstaatsanwältin Letitia James am Freitag mit.

Facebook ist jedoch nicht das einzige Unternehmen, das derzeit wegen seiner Marktmacht in die Kritik gerät. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ sollen in der kommenden Woche auch kartellrechtliche Ermittlungen gegen Google eingeleitet werden. Die Papiere des Mutterkonzerns Alphabet gaben letztlich ein halbes Prozent nach.

Ansonsten blieb es auf Unternehmensseite nachrichtlich relativ ruhig. Gesprächsstoff lieferten einige Nebenwerte, darunter die Papiere von Docusign mit einem Kurssprung um 21,7 Prozent. Der Spezialist für elektronische Signaturen übertraf mit seinen Umsätzen für das zweite Quartal die Markterwartungen deutlich.

Bei Symantec bahnt sich eine Übernahme an: Das vom „Wall Street Journal“ vermeldete Interesse der Finanzinvestoren Advent und Permira trieb die Aktien in der Spitze um fast 10 Prozent hoch. Am Ende blieb ein Aufschlag von 4,5 Prozent auf 24,52 Dollar, was unter dem angeblichen Gebot von 26 bis 27 Dollar liegt. Verkompliziert wird die Idee durch den bereits vereinbarten Verkauf des Symantec-Firmenkundengeschäfts an den Chipkonzern Broadcom. Dieser soll trotzdem über die Bühne gehen.

Die US-Bank Goldman Sachs gab derweil ihre Verkaufsempfehlung für die Papiere von Navistar auf, was die Papiere des Nutzfahrzeugherstellers, an dem VW beteiligt ist, nach zuletzt zwei Rallytagen nochmals um 4 Prozent antrieb. Die Aktien des Haferflocken-Herstellers Kellogg empfiehlt Goldman nun sogar zum Kauf, für sie ging es um etwas mehr als 2 Prozent nach oben.

Der Euro hat am Freitag seinen zwischenzeitlichen Schwung infolge der Jobdaten wieder verloren. Zuletzt wurde mit 1,1027 Dollar ein Preis knapp unter Vortagsniveau bezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Referenzkurs zuvor auf 1,1027 (Donnerstag: 1,1058) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9069 (0,9043) Euro. (awp/mc/pg)

Die Kurse von US-Staatsanleihen haben sich am Freitag eher wenig von der Stelle bewegt. Richtungsweisende zehnjährige Anleihen standen 1/32 Punkte höher bei 100 20/32 Punkten. Sie rentierten mit 1,56 Prozent.

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