US-Schluss: Dow verringert Minus – Sorgen bleiben aber

Boerse
(Adobe Stock)

New York – US-Standardwerte haben am Donnerstag im Verlauf ihre hohen Anfangsverluste eindämmen können und sind nur mit einem leichten Minus aus dem Handel gegangen. Technologietiteln gelang sogar ein verhalten positiver Tagesabschluss. Die Furcht vor noch kräftiger steigenden Zinsen mit negativen Auswirkungen auf Wirtschaftsentwicklung und Aktienattraktivität bleibt dennoch präsent.

Die zur Wochenmitte veröffentlichte überraschend hohe Inflationsrate in der weltgrössten Volkswirtschaft schürt derzeit die Befürchtung noch aggressiverer Zinsschritte seitens der US-Notenbank. Untermauert wurde das Bild nun von unerwartet hohen Erzeugerpreisen, die den Druck auf die Fed noch erhöhen dürften. Investoren fürchten, dass eine aggressive Notenbank-Politik die Wirtschaft in eine Rezession drückt.

Der Dow Jones Industrial fiel zu Handelsschluss noch um 0,46 Prozent auf 30 630,17 Punkte. Zu Beginn war er bis auf 30’143,93 Punkte abgestürzt. Der marktbreite S&P 500 büsste schliesslich 0,30 Prozent auf 3790,38 Zähler ein. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es sogar um 0,34 Prozent auf 11’768,40 Punkte nach oben.

«Der erschreckende Teil des gestrigen Inflationsberichts ist, dass auch die über neun Prozent Teuerung laut Meinung vieler Ökonomen noch nicht den Hochpunkt darstellen könnten», schrieb Marktanalyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets.

Auch andere Konjunkturdaten des Tages ernüchterten: So stiegen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend, auch wenn die Lage am Arbeitsmarkt grundsätzlich weiterhin positiv ist.

Vor diesem Hintergrund senkte die Bank of America ihr Jahresendziel für den S&P 500 von 4500 auf 3600 Punkte. Damit sind die Analysten eigenen Angaben zufolge von allen Experten am pessimistischsten gestimmt. Nach Meinung der Bank dürften die USA in der zweiten Jahreshälfte in eine milde Rezession abrutschen. Lutz Wockel, Leiter Aktienfondsmanagement von Warburg Invest AG, fügte hinzu, dass die beginnende Berichtssaison der Unternehmen für das zweite Quartal zusätzliche Risiken für Anleger mit sich bringe.

Diese startete wie üblich mit den Grossbanken. Den Auftakt machten JPMorgan und Morgan Stanley. Die grösste US-Bank gab angesichts der eingetrübten Konjunkturaussichten einen weiteren und zudem überraschend deutlichen Gewinnrückgang im Jahresvergleich bekannt. Unter anderem enttäuschten die Erträge im Investmentbanking-Geschäft (IB). Der milliardenschwere Rückkauf eigener Aktien wird daher nun vorerst ausgesetzt. Die Aktien sackten als zweitschwächster Dow-Wert um dreieinhalb Prozent ab.

Die Anteilscheine von Morgan Stanley büssten ein knappes halbes Prozent ein. Auch die Konkurrentin von JPMorgan enttäuschte mit ihrem IB-Geschäft und meldete rückläufige Gewinne im zweiten Quartal.

Ein Analystenurteil von Credit Suisse belastete die Papiere des Düngemittelherstellers Nutrien stark. Die Papiere knickten um fast fünf Prozent ein. Der Fachmann John Roberts erwartet, dass die Wirtschaftlichkeit des Agrar-Segments und die Rentabilität von Düngemitteln nahe dem Höchststand sind. Der Experte geht davon aus, dass die Bewertung der Aktien von Nutrien niedrig bleiben wird, bis der Zyklus seinen Tiefpunkt erreicht hat.

Der Euro notierte zuletzt bei 1,0013 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,0067 (Dienstag: 1,0042) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9933 (0,9958) Euro.

Am US-Rentenmarkt fiel der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) um 0,38 Prozent auf 118,47 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen stieg im Gegenzug auf 2,96 Prozent. (awp/mc/ps)

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