US-Schluss: Robuste Job-Daten sorgen für Erholung

Boerse

New York – Die US-Aktienmärkte haben sich am Donnerstag etwas von ihrem Kursrutsch zur Wochenmitte erholt. Nachdem am Mittwoch noch die Enttäuschung über mangelnde Impulse von Seiten der US-Notenbank das Bild bestimmt hatte, konzentrierten sich die Anleger nun auf insgesamt eher robuste Konjunkturdaten. So sank die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend deutlich.

Der Leitindex Dow Jones Industrial ging 0,99 Prozent höher bei 30’603,36 Punkten aus dem Handel, hatte zwischenzeitlich aber mehr als 2 Prozent im Plus gelegen. Mit dem breiter gefassten S&P 500 ging es am Donnerstag letztlich um 0,98 Prozent auf 3787,38 Zähler nach oben. Unter den Technologie-Indizes stieg der Nasdaq 100 um 0,68 Prozent auf 13 201,53 Punkte.

Für Gesprächsstoff sorgten die Quartalsberichte einiger Börsen-Schwergewichte. So knickten die Aktien von Apple am Dow-Ende um 3,5 Prozent ein. Der iPhone-Hersteller hatte zwar im Weihnachtsquartal einen Rekordgewinn eingefahren. Angesichts einer historisch hohen Bewertung der Papiere sei das Aufwärtspotenzial aber nun ausgereizt, urteilte Analyst David Vogt von der schweizerischen Bank UBS.

Die Anteilscheine von Tesla verloren gleichfalls mehr als drei Prozent. Die Aussagen des Herstellers von E-Autos zu den Auslieferungen in diesem Jahr seien „schwammig“, monierte Analyst Brian Johnson von der Barclays Bank. Hier habe der Markt auf präzisere Prognosen gewartet.

Die Aktien von Facebook konnten zwischenzeitliche moderate Gewinne nicht behaupten und fielen am Ende um 2,6 Prozent. Das weltgrösste Online-Netzwerk wuchs zwar in der Pandemie ungebremst weiter. Allerdings sprach das Unternehmen von „bedeutenden Unwägbarkeiten“ in der Zukunft.

Im S&P 500 schnellten die Anteilscheine von American Airlines um gut neun Prozent nach oben. Die Fluggesellschaft hatte im Schlussquartal einen geringeren Verlust verbucht als am Markt erwartet worden war. Unter den Favoriten im Dow gewannen die Papiere des Kreditkartenanbieters American Express , des Chipherstellers Intel und des Unterhaltungskonzerns Walt Disney zwischen 4,3 und 5,4 Prozent.

Im Fokus blieben derweil die aussergewöhnlichen Kurskapriolen bei den Aktien des Videospiel-Händlers Gamestop und anderer Unternehmen. Börsenaufsicht sowie Finanzministerium sind aufgeschreckt und die Rufe nach strikterer Regulierung werden wegen der hohen Verlustrisiken lauter. Jüngst sind Aktien einiger kriselnder Unternehmen, gegen die professionelle Investoren wie Hedgefonds wetten, zu Spekulationsobjekten kleinerer Anleger geworden, die sich im Internet organisieren. Dadurch wurden Kursgewinne im teils prozentual dreistelligen Bereich erzielt.

Die Gamestop-Aktien schwankten an diesem Donnerstag sehr stark und sackten am Ende um gut 44 Prozent ab. Die Papiere der weltgrössten Kinokette AMC , die kürzlich noch als Pleitekandidat galt, brachen um fast 57 Prozent ein. Als wichtiger Grund für die Gegenbewegung am Donnerstag galt, dass einige Handelsplattformen wie die bei Kleinanlegern beliebte Robinhood-App die Firmen wegen der Kurskapriolen vorübergehend ausgeschlossen hatten.

Am Devisenmarkt profitierte der Euro von der guten Stimmung an den Finanzmärkten und notierte zuletzt bei 1,2119 US-Dollar. Die Europäischen Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,2091 (Mittwoch: 1,2114) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8270 (0,8254) Euro. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) fiel angesichts der Gewinne an der Wall Street um 0,15 Prozent auf 137,28 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe stieg im Gegenzug auf 1,05 Prozent. (awp/mc/pg)

NYSE
NASDAQ
Aktueller Stand Dow Jones Industrial bei Google

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.