US-Schluss: US-Börsen unterbrechen Rekordjagd

US-Schluss: US-Börsen unterbrechen Rekordjagd

New York – Die US-Börsen haben am Donnerstag ihre jüngste Rekordfahrt unterbrochen. Sowohl der Dow Jones Industrial als auch der S&P 500 schlossen mit leichten Verlusten. Im Handelsverlauf hatten die beiden Indizes jedoch gleichwohl erneut Höchststände markiert. Am Ende aber überwog am Aktienmarkt die Skepsis. Für Verunsicherung hatte der Präsident der regionalen US-Notenbank (Fed) in Philadelphia, Charles Plosser, gesorgt. Bei einer Rede in New York hatte er gesagt, dass die Fed nur «begrenzte» Möglichkeiten habe, mit weiteren geldpolitischen Massnahmen die Konjunktur zu stützen.

Der Dow fiel um 0,15 Prozent auf 15.082,62 Punkte. Bei 15.144,83 Punkten hatte er zuvor den höchsten Stand seiner Geschichte erreicht. Der marktbreite S&P-500-Index büsste 0,37 Prozent auf 1.626,67 Punkte ein. An der technologielastigen Nasdaq-Börse gab der Auswahlindex Nasdaq 100 um 0,24 Prozent auf 2.961,12 Punkte nach. Die Märkte seien nach dem guten Jahresstart inzwischen reif für eine kleine Korrektur, sagte ein Börsianer.

Für Gesprächsstoff sorgten ansonsten in einem ruhigen Umfeld frische Konjunkturdaten. In den USA waren die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend weiter gesunken. Die Umsätze der Unternehmen im Grosshandel aber waren im März unerwartet gefallen.

Mit der mehrheitlichen Beteiligung am Bezahlsender Sky Deutschland hat Medienmogul Rupert Murdoch sein Reich deutlich vergrössert: Im dritten Geschäftsquartal von Januar bis März war der Umsatz seines US-Konzerns News Corp um 14 Prozent zum Vorjahreszeitraum gestiegen, wobei der Löwenanteil des Zuwachses durch die Einbeziehung der deutschen und einer australischen Tochter kam. Auch die anderen Fernsehsender des Konzerns sowie die Filmsparte hatten zu dem Sprung beigetragen. Die Titel zogen im S&P 500 als einer der besten Werte im Index um 4,49 Prozent an.

Das neue Groupon-Führungsduo hält die Geschäfte des Schnäppchen-Portals am Laufen. Nach dem Rauswurf des viel kritisierten Mitgründers und Firmenchefs Andrew Mason hatten im ersten Quartal vor allem die Käufe über Smartphones zugelegt. In Nordamerika war im März schon beinahe jedes zweite Geschäft über ein mobiles Gerät zustandegekommen. Beim Umsatz übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Experten. Positiv sei zudem, dass das Unternehmen die Gewinnprognose für dieses Jahr bekräftigt habe, schrieb Analyst Mark Mahaney von RBC Capital Markets in einer Studie. Die gebeutelten Aktien schnellten um mehr als elf Prozent nach oben.

Der Verkaufserfolg seines Models S hatte den Elektroauto-Spezialisten Tesla zum ersten Gewinn in der zehnjährigen Firmengeschichte getrieben. Die Aktien schossen in die Höhe und lagen mit knapp 25 Prozent im Plus. Damit ist die Marktkapitalisierung von Tesla inzwischen höher als die des italienischen Autobauers Fiat. Um ebenfalls fast 25 Prozent zogen die Papiere von Barnes & Nobel an. Hintergrund ist Börsianern zufolge ein Bericht in einem Technologie-Blog, wonach das Softwareunternehmen Microsoft eine Sparte des Buchhändlers erwerben könnte. Die Titel des Softwarekonzerns gaben um 1,00 Prozent nach.

Die Papiere von Activision Blizzard sackten um knapp sechs Prozent ab und waren damit der schwächste Werte im Nasdaq 100. Der Videospiele-Produzent hatte sich für die zweite Jahreshälfte zurückhaltend gegeben. Für die Monster-Beverage-Titel ging es davor um mehr als fünf Prozent nach unten. Der Energy-Drink-Hersteller hatte mitgeteilt, dass sich das Umsatzwachstum im April abgeschwächt habe. (awp/mc/upd/ps)

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