US-Schluss: Gewinne – Hoffnung auf Geldpolitik

US-Schluss: Gewinne – Hoffnung auf Geldpolitik

New York – Die Aussicht auf weitere Konjunkturstimuli durch die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Dienstag auch an der Wall Street für gute Stimmung gesorgt. Hinzu kamen robuste Konjunktur- und Unternehmensdaten. Zum Handelsschluss verbuchte der Dow Jones Industrial ein Plus von 1,31 Prozent auf 16 614,81 Punkte. Für den breit gefassten S&P 500 ging es um 1,96 Prozent auf 1941,28 Punkte nach oben und der technologielastige Nasdaq 100 stieg um 2,62 Prozent auf 3971,39 Punkte.

In den vergangenen Wochen hatten Sorgen über das globale Wachstum die Börsen weltweit unter Druck gesetzt. Marktanalyst Craig Erlam vom Broker Alpari UK zeigte sich zuversichtlich, dass es nach dem jüngsten Kursverfall an den US-Börsen weiter aufwärts gehen könnte. Die Panik, die die Märkte zwischenzeitlich befallen habe, könnte vorüber sein.

Börsianer verwiesen auf Medienberichte, wonach die EZB den Aufkauf von Unternehmensanleihen erwäge. Die EZB hatte an diesem Montag den Beginn der Käufe von Pfandbriefen bestätigt. Käufe von Kreditverbriefungen (ABS) sollen demnächst folgen.

Für positive Impulse sorgten zudem Quartalsbilanzen etwa von Apple, Texas Instruments und United Technologies . Die Berichtssaison sei nun endlich in den Fokus der Investoren gerückt, sagte ein Marktbeobachter. Diese verlaufe bisher ganz „ok“. Mit Blick auf die Konjunkturseite war in den USA zudem die Zahl der Verkäufe bestehender Häuser überraschend stark gestiegen.

Apple-Aktien zogen nach Zahlen um 2,72 Prozent an. Auch dank des Erfolgs des iPhone 6 hatte der Konzern die Erwartungen übertroffen. Auch der Motorradbauer Harley-Davidson hatte im abgelaufenen Quartal besser abgeschnitten als erwartet. Die Papiere schnellten um mehr als sieben Prozent nach oben. Das Technologieunternehmen Texas Instruments überzeugte die Anleger mit einem Umsatz- und Gewinnanstieg. Die Aktien verteuerten sich um 5,31 Prozent.

Der grösste US-Mobilfunker Verizon legt weiter ein hohes Tempo vor und hatte im abgelaufenen Quartal viele Neukunden gewonnen. Die Papiere stiegen um 0,43 Prozent. Für die Titel von United Technologies ging es um 0,49 Prozent nach oben. Bei dem Industriekonzern läuft das Geschäft mit Flugzeug-Triebwerken rund.

Die Titel des Pharmakonzerns Abbvie verteuerten sich um 3,46 Prozent. Nach der abgeblasenen Übernahme des irisch-britischen Konkurrenten Shire plant der US-Konzern einen grossen Aktienrückkauf.

Für Enttäuschung sorgten hingegen Coca-Cola und McDonald’s. Bei dem Getränkehersteller und der weltgrössten Imbisskette liefen die Geschäfte zuletzt schleppend. Die McDonald’s-Titel büssten 0,63 Prozent ein, die Aktien von Coca-Cola sackten um rund sechs Prozent ab. Damit waren sie gemeinsam mit den Anteilsscheinen von IBM – diese rutschten nach den herben Vortagsverlusten um weitere 3,47 Prozent ab – die einzigen Verlierer im Dow Jones. Das Computerurgestein hatte die Anleger bereits am Montag mit seinen Geschäftszahlen geschockt.

Der Kurs des Euro blieb im US-Handel unter Druck. Die Gemeinschaftswährung fiel auf 1,2718 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,2762 (Montag: 1,2773) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7836 (0,7829) Euro. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen fielen um 8/32 Punkte auf 101 11/32 Punkte. Ihre Rendite betrug 2,22 Prozent. (awp/mc/upd/ps)

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