US-Schluss: Dow schliesst 1,0% fester bei 18’115,84 Punkten

US-Schluss: Dow schliesst 1,0% fester bei 18’115,84 Punkten

New York – Signale für eine weiter lockere US-Geldpolitik haben der Wall Street am Donnerstag deutliche Gewinne beschert. Das ergebnislose Treffen der Euro-Finanzminister zur griechischen Schuldenkrise trübte die Stimmung der Anleger nicht. Nun sollen es die Staats- und Regierungschefs der Eurozone auf einem Sondertreffen am Montag richten.

Der Dow Jones Industrial schloss 1,00 Prozent fester bei 18’115,84 Punkten. Damit beschleunigte der Leitindex die freundliche Entwicklung der vergangenen zwei Handelstage. Der marktbreite S&P-500-Index gewann 0,99 Prozent auf 2121,24 Punkte. Der Technologiewerte-Index Nasdaq Composite erreichte bei 5143 Punkten sogar einen Rekordstand. Er verbuchte zum Börsenschluss noch ein Plus von 1,34 Prozent auf 5132,95 Punkte, während der Auswahlindex Nasdaq 100 um 1,41 Prozent auf 4531,85 Punkte kletterte.

Am Mittwoch hatte der Dow Jones letztlich kaum auf die Aussagen der US-Notenbank Fed reagiert. Die Währungshüter hatten den Leitzins erwartungsgemäss nahe bei null belassen und sich nicht zum Zeitpunkt der lang erwarteten Zinswende geäussert. Die heutigen, durchwachsenen Wirtschaftsdaten stützten aber Yellens Ankündigung einer nicht zu schnellen Zinsanhebung. Denn Konjunktur und Inflation hätten sich nach dem schwachen ersten Quartal zwar verbessert, seien aber noch nicht zufriedenstellend, begründete Yellen die Fed-Strategie.

Im Mai war die US-Inflationsrate schwächer als erwartet ausgefallen: Sie stieg von minus 0,2 Prozent im April auf null Prozent, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Analysten hatten im Schnitt einen Anstieg auf plus 0,1 Prozent erwartet. Dagegen legten sowohl der Sammelindex der konjunkturellen Frühindikatoren für den Mai als auch der Philly-Fed-Index für den Juni, der das Geschäftsklima in der Region Philadelphia misst, stärker als erwartet zu. Ausserdem gingen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend deutlich zurück.

Beim Softwarekonzern Oracle sorgten enttäuschende Quartalszahlen für einen Kursrutsch von 4,84 Prozent. Der SAP-Konkurrent berichtete für das Ende Mai abgeschlossene vierte Geschäftsquartal einen Gewinneinbruch um fast ein Viertel. Der Umsatz sank um 5 Prozent. Ohne Wechselkurseffekte wären die Erlöse hingegen um 3 Prozent gestiegen. Der Umsatz mit neuen Software-Lizenzen – ein wichtiger Indikator für die künftige Geschäftsentwicklung – sank um 17 Prozent. Damit blieben die Kennziffern unter den Erwartungen der Wall Street.

Beim Flugzeugbauer Boeing konnten sich die Anteilseigner hingegen über Kursgewinne von 1,36 Prozent freuen, was den Aktien einen der vorderen Plätze im Dow bescherte. Die Amerikaner berichteten auf der Pariser Luftfahrtmesse über Aufträge und Vorverträge mit einem Gesamtwert von rund 50 Milliarden US-Dollar. Dass der europäische Konkurrent Airbus Boeing hier abhängte, störte die Aktionäre offenbar wenig.

Im Mobilfunkmarkt, der zuletzt von Übernahmefantasien bewegt worden war, beruhigten sich die Kurse etwas. Entgegen einer Pressemeldung vom Vortag ist der Kabelriese Comcast Kreisen zufolge nicht an der Telekom-Tochter T-Mobile US interessiert. Comcast wolle gegenwärtig nicht riskieren, bei den Wettbewerbswächtern mit einem neuen Übernahmevorhaben vorstellig zu werden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Erst im April hatte Comcast die Übernahme des Rivalen Time Warner Cable (TWC) wegen des Widerstands der US-Kartellwächter abblasen müssen. Laut Bloomberg spricht die Telekom aber nach wie vor mit dem US-Satellitenfernsehanbieter Dish über T-Mobile US. Zum Schluss verloren die Aktien von T-Mobile US 0,39 Prozent, und für Dish ging es um 0,11 Prozent nach unten. Stärker bewegt zeigten sich Comcast, die um 1,45 Prozent zulegten.

Mit einem starken Börsendebüt glänzte der Fitness-Spezialist Fitbit: Nachdem der Ausgabepreis mit 20 Dollar bereits über der zunächst angepeilten Spanne von 17 bis 19 Dollar gelegen hatte, sprang die Aktie zum Auftakt um gut 50 Prozent auf 30,40 Dollar hoch. Die Firma aus San Francisco, die vor allem für ihre Fitness-Armbänder bekannt ist, war damit insgesamt mehr als 6 Milliarden Dollar wert. Zum Schluss stand die zwischenzeitlich bis auf 31,90 Dollar gestiegene Aktie bei 29,81 Dollar. (awp/mc/upd/ps)

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