US-Schluss: Dow gibt vor US-Jobbericht merklich nach

Boerse
(Adobe Stock)

New York – Die US-Börsen sind nach dem kleinen Kursrücksetzer zur Wochenmitte am Donnerstag deutlicher unter Druck geraten. Nach zuletzt starken Daten vom privaten Arbeitsmarkt und angesichts steigender Ölpreise rückten nun die Ängste vor einer anziehenden Inflation und dementsprechend weiteren aggressiven Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed wieder mehr in den Vordergrund. Einige Vertreter der Fed hatten unmissverständlich klargemacht, dass sie die sehr hohe Teuerung mit Zinsanhebungen bekämpfen wollen. Laut der Präsidentin der regionalen Notenbank von Cleveland, Loretta Mester, befinden sich die USA in einem unannehmbar hohen Inflationsumfeld.

Der Dow Jones Industrial fiel um 1,15 Prozent auf 29 ‹26,94 Punkte. Am Montag und am Dienstag hatte der US-Leitindex jeweils knapp 3 Prozent gewonnen. Für den marktbreiten S&P 500 ging es am Donnerstag um 1,02 Prozent auf 3744,52 Zähler nach unten. Der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 verlor 0,76 Prozent auf 11’485,50 Punkte.

Ein überraschend deutlicher Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe hatte bei den Anlegern nur kurz für etwas Entspannung mit Blick auf die Inflationssorgen gesorgt. Derweil wurde der Wert für die vergangene Woche etwas nach unten revidiert und im historischen Vergleich sind die Zahlen immer noch niedrig.

Die Fed orientiert sich in ihrer Geldpolitik stark an der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Sie hat die solide Beschäftigungslage als Argument gegen eine tiefe Rezession angeführt und versucht, mit starken Zinserhöhungen die hohe Inflation in den Griff zu bekommen. Sowohl der Bericht zur US-Privatwirtschaft vom Mittwoch als auch die Erstanträge gelten als Indikatoren für den am Freitag anstehenden, offiziellen Arbeitsmarktbericht der US-Regierung für September. An der Wall Street stemmten sich am Donnerstag Ölwerte gegen die trübe Stimmung. So zogen die Papiere von Occidental Petroleum unter den grössten Gewinnern im S&P 500 um rund vier Prozent an. Die Ölpreise hatten ihre Vortagesgewinne etwas ausgebaut. Hintergrund ist die deutliche Förderkürzung des Ölverbunds Opec+.

Die Aktien von Constellation Brands fielen um anderthalb Prozent. Der Produzent von Wein und anderen alkoholischen Getränken hatte eine Vereinbarung mit dem Branchenkollegen The Wine Group zur Übernahme eines Teils seines Wein-Portfolios unterzeichnet. Finanzielle Details zu der Transaktion wurden nicht veröffentlicht. Zudem legte Constellation Brands Zahlen für das zweite Geschäftsquartal vor.

Analystenaussagen sorgten auch für deutliche Kursbewegungen. So zogen die Papiere der Fotoplattform Pinterest um fast fünf Prozent an. Der Experte Eric Sheridan von der Investmentbank Goldman Sachs verwies auf verbesserte Nutzertendenzen und das Potenzial für eine Beschleunigung des Umsatzwachstums sowie die Steigerung der operativen Marge. Die Anteilscheine des Computerspiele-Herstellers Take-Two, dem Goldman fundamental verbesserte Geschäftsbedingungen attestierte, stiegen um dreieinhalb Prozent.

Der Eurokurs litt unter der trüben Stimmung an den Börsen und wurde zuletzt bei 0,9801 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 0,9860 (Mittwoch: 0,9915) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 1,0141 (1,0085) Euro.

US-Staatsanleihen verzeichneten angesichts der wieder aufgekommenen Inflationssorgen Kursverluste. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) fiel um 0,51 Prozent auf 111,95 Punkte. Die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen stieg im Gegenzug auf 3,82 Prozent. (awp/mc/ps)

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