US-Schluss: Dow hoch dank Yellen – Druck auf Internettitel

US-Schluss: Dow hoch dank Yellen – Druck auf Internettitel

New York – Die New Yorker Börsen haben am Mittwoch keine einheitliche Richtung gefunden. Standardwerte profitierten von Aussagen der Fed-Chefin Janet Yellen vor dem Kongress. Der Leitindex Dow Jones Industrial schloss 0,72 Prozent höher bei 16 518,54 Punkten unmittelbar unter seinem Tageshoch, der marktbreite S&P-500-Index legte um 0,56 Prozent auf 1878,21 Punkte zu. Damit bleiben die Standardwerteindizes auch in Schlagweite ihrer im Vormonat markierten Rekordhochs. Die Technologiebörse Nasdaq wurde dagegen vom anhaltenden Ausverkauf bei Internet-Aktien belastet: Der Auswahlindex Nasdaq 100 verlor 0,28 Prozent auf 3546,47 Punkte. Zeitweise war das Barometer der wichtigsten Technologiewerte aber mit 1,41 Prozent ins Minus gerutscht.

Händlern zufolge hat vor allem die anhaltende Flut von Quartalszahlen die Aufmerksamkeit der Börsianer gebunden und teils heftige Kursschwankungen nach sich gezogen. Bisher ist die Berichtssaison einem Marktstrategen zufolge aber besser als erwartet gelaufen. Zudem dürften die Unternehmensgewinne künftig weiter an Fahrt aufnehmen, denn die Konjunkturdaten liessen gute Zeiten erwarten. Das stützte die Börsen. Neben den Quartalszahlen zog aber auch der Auftritt der Fed-Chefin Yellen die Aufmerksamkeit auf sich. Dabei hat Yellen den Finanzmärkten weiter ultrabilliges Geld versprochen. Einige Händler hoben aber auch die Schwäche der kleinen Werte hervor: Der Russel-2000-Index fiel zeitweise auf den tiefsten Stand seit drei Monaten.

Bester Dow-Wert waren UnitedHealth Group mit einem Aufschlag von 3,52 Prozent auf 77,91 US-Dollar. Händlern zufolge hat sich der Branchenkollege Humana erneut optimistisch bezüglich der eigenen Geschäftsentwicklung aufgrund des Obamacare-Programms gezeigt. Das habe auch der UnitedHealth-Aktie nach der Kurskorrektur der vergangenen Woche zu einer Erholung verholfen. Tagesverlierer in dem weltweit  bekanntesten Aktienindex waren dagegen die Aktien von Merck & Co, die von einer Abstufung durch Morgan Stanley mit minus 2,22 Prozent auf 55,84 Dollar ans Dow-Ende gedrückt gedrückt wurden. Jefferies hob zwar das Kursziel auf 62 Dollar an, bleibt aber mit der bekräftigten Empfehlung «Hold» neutral gestimmt. JPMorgan steigerte indes sein Ziel von 60 auf 64 Dollar und bleibt auf «Overweight».

Die Aktien des Medienkonzerns Walt Disney gaben ihre anfänglichen Gewinne in Reaktion auf Quartalszahlen ab und verloren im Dow 0,91 Prozent auf 80,29 Dollar ab. Dank des Animationsfilms «Die Eiskönigin» hatte Disney Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert. Titel von Electronic Arts waren dagegen mit einem Kurssprung von 21,03 Prozent Star im S&P-500-Index. Der Videospieleentwickler hatte Rekordumsätze im mobilen Bereich bekannt gegeben.

Besonders hart getroffen wurden aber wieder Werte aus dem Internetbereich. Groupon-Aktien rutschten um 20,68 Prozent ab, nachdem das Rabattportal skeptischer als Analysten auf das zweite Quartal blickt. Auch der Aktienkurs von Twitter verlor weitere 3,74 Prozent, nachdem frühe Investoren und Mitarbeiter seit Dienstag ihre Anteilsscheine verkaufen durften. Mit einem Kurs zeitweise unter 30 Dollar rutschte das Papier auf den niedrigsten Stand seit dem Börsengang im November vergangenen Jahres. Als zweitschlechtester Wert im Nasdaq-100-Index verloren Yahoo-Papiere trotz der Börsenpläne der chinesischen Beteiligung Alibaba, einer Handelsplattform, 6,63 Prozent.

Aktien der Bioläden-Kette Whole Food Markets stürzten auch ab und rutschten nach einer weiteren Gewinnwarnung für dieses Jahr auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Bereits im November und im Februar hatte das Unternehmen die Ziele heruntergeschraubt. Ein Händler verwies auch auf zahlreiche Analystenabstufungen unter anderem von der Deutschen Bank als Belastung. Die Papiere brachen am Ende des Nasdaq-100-Index um 18,81 Prozent auf 38,93 Dollar ein. (awp/mc/upd/ps)

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