US-Schluss: Kaum verändert in lustlosem Handel

US-Schluss: Kaum verändert in lustlosem Handel

New York – Die New Yorker Börsen haben am Montag auf der Stelle getreten. Die wichtigsten Indizes bewegten sich nahe ihrer Rekordhochs. Wegen der wachsenden politischen Unsicherheit und der bevorstehenden Sommerpause erlahme das Kaufinteresse, sagten Börsianer wie Jens Klatt vom Broker DailyFX. Auch die veröffentlichten Konjunkturdaten rissen die Märkte nicht aus ihrer Lethargie. „Die Eintrübung des Immobiliensektors in den vergangenen Monaten ist überwunden“, kommentierte Volkswirt Johannes Jander von der Helaba die besser als erwartet ausgefallenen Verkäufe bestehender Häuser im Mai in den USA.

Der Leitindex Dow Jones Industrial schloss 0,06 Prozent tiefer bei 16 937,26 Punkten. In der Vorwoche hatte der weltweit bekannteste Aktienindex um gut ein Prozent zugelegt und bei 16 978 Punkten einen Rekord markiert. Der marktbreite Aktienindex S&P 500 verharrte zum Wochenauftakt mit minus 0,01 Prozent bei 1962,61 Punkten unmittelbar unter seinem historischen Hoch von 1963 Punkten. An der Technologiebörse Nasdaq überwogen die Kursgewinne: Der Auswahlindex Nasdaq 100 legte am Montag um 0,07 Prozent auf 3805,31 Punkte zu.

Im Dow waren die Papiere von General Electric (GE) mit einem Abschlag von 1,08 Prozent auf 26,68 US-Dollar zweitschwächster Wert. Industriewerte stellten auch den schwächsten Sektor und zogen an dem Leitindex. Die geplante Kooperation mit Alstom dürfte aber laut Patrick Kron, dem Chef der Franzosen, Vorteile für alle Beteiligten bringen. Analyst Markus Friebel von Independent Research reagierte auch positiv. Er hob das Kursziel für GE nach der erfolgreichen Offerte für Alstom etwas an und bekräftigte sein Kaufvotum.

Pfizer-Aktien hielten mit minus 1,11 Prozent auf 29,45 Dollar die rote Laterne. In dem Sektor wollte der Pharmakonzern Abbvie den britisch-irischen Konkurrenten Shire Pharmaceuticals übernehmen und sorgte damit für Gesprächsstoff. Shire lehnte aber den erneuten Versuch schon vor dem Wochenende ab. Auch der Gesundheitssektor musste überwiegend Verluste hinnehmen. Gefragt zeigten sich indes Energiewerte, die die Sektorübersicht anführten. Die Aktie von ExxonMobil verteuerte sich um 0,53 Prozent auf 104,38 Dollar. Tagessieger im Dow war aber der Finanzwert JPMorgan mit plus 1,11 Prozent auf 58,19 Dollar.

Oracle-Aktien verteuerten sich um 0,61 Prozent. Der SAP-Rivale kauft Micros Systems für rund 5 Milliarden Dollar und stösst damit tiefer in die Bereiche Gastronomie und Handel vor. Micros bietet unter anderem an das Internet angebundene Kassensysteme und Abrechnungsprogramme für Geschäfte, Hotels und Restaurants an. Die Aktie gewann 3,36 Prozent auf 67,98 Dollar. Analyst Mark Moerdler von Bernstein wertete den Zukauf als gute Weichenstellung für die Zukunft. (awp/mc/pg)

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